Dragon Quest Heroes: Rocket Slime

  • Plattform: Nintendo DS
  • Release: 01.12.05 (J), 19.09.06 (US)

Dragon Quest VIII hatte das geschafft, was vorher keinem anderen Teil der Serie in den USA gelang – nein, nicht nur seinen Originaltitel zu behalten, sondern sich auch gut zu verkaufen. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass viele folgende Teile der Serie ebenfalls ihren Weg dorthin fanden, selbst der zweite Teil der Slime-Mori-Mori-Spinoffs. Schon eher verwunderlich, dass er’s nicht auch nach Europa schaffte, hat sich DQVIII hier doch sogar noch besser verkauft.

Die Geschichte ist… eigentlich unnötig bei einem Spinoff über schleimige, zwiebelförmige Monster. Die 100 Einwohner von Boingburg wurden von den Plob, der Platypunk-Mafia, entführt und es ist nun am einzig in Freiheit gebliebenen Slime Rocket, sie zu befreien und die Plob zur Strecke zu bringen. Die Geschichte gibt einem das Nötigste, um die Sache an den Start zu bringen und das genügt ja auch.

Was sie allerdings doch hervor hebt ist, wie charmant sie rüber kommt. Das was vorhanden ist, ist gut und witzig geschrieben und strotzt nur so vor kleinem Fanservice zu anderen Spielen von Square Enix und beliebten Filmen etc. Tolles Script, wirklich. Perfekt für ein Spiel, das sich selbst sowieso nicht allzu ernst nimmt.

Das Gameplay besteht aus zwei Aspekten. Ersterer ist ein Action-Adventure ähnlich Zelda. Nur zur simpelsten Wurzel runter geschraubt. So sehr wie Zelda ist es dann eigentlich gar nicht wieder, aber irgendwie muss man ja jedes Action-Adventure aus der Vogelperspektive zwangsläufig damit vergleichen. Ist ja auch egal. Rocket Slime ist wesentlich simpler. Es gibt kein Inventar, keine Items, keine Magie. Spielfigur ist immerhin nur ein Slime. Rocket hat das ganze Spiel über nur zwei Angriffe: Der Elasto-Blast wird ausgeführt, indem man den Angriffsknopf gedrückt hält, Rocket in die Richtung, in die er angreifen soll, zieht und dann den Knopf los lässt, um zu sehen, wie er dorthin katapultiert. Die zweite Angriffmethode benötigt ebenfalls den Elasto-Blast. Trifft Rocket nämlich einen Gegner oder Gegenstand, nimmt dieser nicht nur Schaden, sondern wird auch in die Luft geschleudert. Er kann ihn nun auffangen und gegen andere Gegner werfen.

Und so hüpft man dann durch die 9 Gebiete des Spieles, Elasto-Blastet Gegner, befreit Slimes aus Truhen, besiegt einen Boss und geht ins nächste Gebiet. Alles sehr simpel – auch was das Vorankommen angeht. Es ist eigentlich immer genau klar, wo es weiter geht und wenn der Weg mal versperrt ist auch sehr offensichtlich, was man machen muss, um ihn zu öffnen. Ganz davon abgesehen, dass in der Nähe gerettete Slimes einem in der Regel auch noch zusätzlich ganz genau sagen, was zu tun ist.

Der zweite Aspekt des Gameplays sind die Tank Battles. Zu einem gewissen Punkt im Spiel bekommt man einen Panzer und von nun an gibt es auch an gewissen Stellen der Gebiete Gegner, die mit ihren Panzern auf einen Kampf warten. Hier geht’s darum, die Kanonen mit Munition zu füllen, damit der gegnerische Tank auf 0 HP runter geschossen werden kann. Als Munition halten dabei die Items her, die in den Gebieten gefunden und per Schienenbahn ins Hauptquartier befördert werden können. Später kann man aus ihnen per Alchemie sogar noch bessere herstellen. Eine bis zu dreiköpfige Crew steht dabei an Rockets Seite. Sie besteht aus geretteten Slimes oder auch Gegnern, wenn man mindestens 30 von ihnen per Karts in die Stadt transportiert hat. Jeder mit unterschiedlichen Taktiken, zwischen dem Helfen beim Kanonen laden, über Heilung von Tank oder Crew bis zur Infiltration des gegnerischen Panzers.

Gewonnen hat allerdings nicht automatisch derjenige, der dem Panzer des Gegners alle HP abzieht. Anschließend muss man rüber in den Panzer und im nun geöffneten Maschinenraum das Herz zerstören. So kann also auch noch gewonnen werden, wenn der eigene Panzer keine HP mehr hat, solange die Gegner abgewehrt werden können. Leider macht das die ansonsten teilweise recht kniffligen Tank Battles extrem einfach: Eine Crew mit nehmen, die den gegnerischen Panzer unter Beschuss nimmt, selbst rüber gehen, um die Gegner tot zu schlagen, so dass sie nicht zurück schießen können und dies bei ihrem Respawn wiederholen, bis deren Panzer keine HP mehr hat und ihm dann nur noch im Maschinenraum den Gar aus machen. Mit dieser simplen Taktik wird jeder Tank Battle zum Honigschlecken.

Man sollte nun meinen das sehr simple Gameplay und die einfachen Kämpfe lassen das Spiel langweilig werden. Aber mitnichten, die ganze Angelegenheit macht nämlich trotzdem einen Heidenspaß, das charmante Script hält bei Laune und außerdem lässt eine Gesamtspielzeit von 10-15 Stunden bis zu den Credits auch nicht wirklich genug Zeit, um Langeweile aufkommen zu lassen. Danach können übrigens noch einige Spielstunden mit optionalen Sachen drauf gepackt werden.

Grafisch ist das Spiel in sehr hübschen und passend charmantem 2D gehalten. Technisch nicht überragend, sondern dem GBA-Vorgänger sehr ähnlich, aber wirklich was zu meckern gibt’s nicht. Knuffige Animationen der Slimes und Gegner mit inbegriffen. Bei der Musik fühlt sich jeder Serien-Kenner gleich zu Hause, gibt es doch vornehmlich Remixe der bekanntesten DQ-Themes zu hören.

Fazit:
Ich finde Dragon Quest Heroes: Rocket Slime toll. Ja, es ist etwas kurz, es ist etwas simpel, es offeriert überhaupt keinen Schwierigkeitsgrad. Aber es macht Spaß. Jede Menge davon und das durchgängig. Zusätzlich ist es noch eines der charmantesten Spiele, die ich jemals erlebt habe. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass es mein Lieblingsteil der Dragon-Quest-Serie ist. Sogar über allen Hauptteilen. So!

8 von 10 Punkten

Werbeanzeigen