Megami Tensei Gaiden: Last Bible II

  • Plattform: GameBoy Color
  • Release: 16.04.1999 (J)

Megami Tensei Gaiden: Last Bible scheint sich recht gut verkauft zu haben, immerhin wurde daraus anschließend eine eigene Subserie. Wobei der Erfolg wohl hauptsächlich daran lag, dass die Serie fast ausschließlich auf Handhelds erschien, auf denen man halt jedes RPG dankend angenommen hat, das sich mal darauf verirrte. Nicht zuletzt hat der einzige Ausflug auf eine große Heimkonsole auch direkt das Ende der Serie eingeläutet. Last Bible II hingegen ist noch ein GameBoy-Spiel, später auch auf das Color-Upgrade des Handhelds verfrachtet, im Gegensatz zum Vorgänger allerdings nicht in den Westen gebracht, dafür aber mit einer Fantranslation gesegnet.

Vor 2000 Jahren sind die Menschen vom fünften Planeten auf den dritten gezogen, da die von ihnen kultivierte Kraft außer Kontrolle geriet. Dummerweise war der schon von den Beasts bewohnt, was zu einem Krieg führte, an dem sich beide Seiten fast aufgerieben haben. Und nun soll der große Beastkrieger Gryas wiedergeboren sein, weswegen der König erst mal alle Neugeborenen umbringen lässt. 15 Jahre später beginnt das Spiel mit Yuri, der von einem Beast großgezogen wurde.

Wird sich Yuri als die Wiedergeburt von Gryas herausstellen? Wird er sich auf eine Reise zur Bekämpfung des dunklen Imperiums machen? Wird er Mitstreiter auflesen und letztendlich erneut das den Planeten bedrohende Gaia bekämpfen? Wer schon mal ein RPG gespielt hat, oder zumindest mit einem halben Gehirn gesegnet ist, wird sich schon die Antwort auf diese Fragen denken können. Wie schon der Vorgänger ist Last Bible II mit einer absoluten Standard-RPG-Story bestückt. Und wie die meisten Oldschool RPGs passiert in einem Rhythmus von 10 Minuten ständig was Neues, um das Team weiter zu treiben.

Vom Gameplay her ist die Angelegenheit wieder ein typischer Dragon Quest Klon. Es gibt ja sogar die „Gehen beim Stehen“-Animation und das automatische Zurückwarpen zum letzten Inn beim Tod des ganzen Teams, die es sonst in nicht allzu vielen RPGs gibt.

Man streift also durch die Lande, von Städtchen zu Städtchen, bekommt von dein Einwohnern diverse mehr oder minder relevante Quests aufgedrückt, die häufig mit dem Finden eines Items oder Besiegen eines Bosses im nahe gelegenen Dungeon erledigt werden. Und weiter zur nächsten Ortschaft. Dazwischen gewohnt zufallsgenerierte und rundenbasiert ablaufenden Gegnerkämpfe.

Erneut ist die einzige Besonderheit die Möglichkeit Gegner über Gespräche auf die eigene Seite zu ziehen. Diesmal sogar etwas komplexer als im Vorgänger. So muss man nun schnell genug antworten, sonst brechen sie das Gespräch ab. Hin und wieder wollen sie auch ein Geschenk und die Mondphasen der Hauptserie haben auch Einzug gefunden. So können Gegner zu Vollmond wie üblich nicht angesprochen werden. Wie gewohnt leveln sie allerdings nicht mit, sondern müssen per Fusion regelmäßig zu stärkeren Mitstreitern gemacht werden. Zudem kann man sie nun auch wie im ein Jahr zuvor erschienenen Dragon Quest V ausrüsten.

Technisch ist das Spiel was das Alter (1993) und die Plattform (GameBoy) angeht natürlich heutzutage nix mehr wert. Für das 1999er GBC-Rerelease hat man das was da war auch nicht wirklich überarbeitet, sondern einfach rudimentär eingefärbt.

Fazit:
Ich neige dazu in meinen Reviews immer etwas wortreich zu werden. Die zur Last Bible Reihe sind aber zu recht unter den kürzesten Vertretern: Es gibt einfach nichts über sie zu sagen. Typisches Oldschool RPG ohne Höhen und Tiefen. Nicht schlecht, nicht gut, einfach durchschnittlich.

5 von 10 Punkten

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