Final Fantasy IV

  • Plattform: Nintendo DS
  • Release: 20.12.07 (J), 21.07.08 (US), 05.09.08 (EU)

Final Fantasy, der große Name im jRPG-Genre. Sogar der größte im Westen und auch in Japan direkt hinter Dragon Quest auf dem zweiten Platz. Und auch wenn die Serie erst mit Final Fantasy VII im Westen so richtig Mainstream wurde, war Final Fantasy IV auf dem SNES schon in kleinerem Maße der Durchbruch der Serie. Damals noch als abgeänderte Easy Type in den USA. Mittlerweile haben wir nach einem originalgetreuen PSX-Port und einem aufgebretzelten GBA-Remake auch die Option eines vollen 3D-Remakes auf dem DS.

Cecil der Dark Knight fängt an die Motive seines Königs zu hinterfragen. Er ist ihm zwar treu ergeben, aber unschuldige Menschen umzubringen um ihren Kristall zu stehlen kann doch nicht richtig sein. Was ihn natürlich prompt beim König in Ungnade fallen lässt. Als Cecil dann auch noch unwissentlich eine Bombe überbringen muss und so ein ganzes Dorf auf dem Gewissen hat, wird er endgültig abtrünnig und beginnt seine Reise das Böse auf der Welt, das hinter den Kristallen her ist, aufzuhalten und dabei hoffentlich seine eigenen Sünden reinwaschen zu können.

Die Geschichte von Final Fantasy IV ist zwar für 1991 recht gut, aber schon nicht unbedingt super gealtert. Letztendlich kommt es doch wieder zum üblichen „Heldentruppe auf dem Weg den die Kristalle stehlenden Bösewicht aufzuhalten und so die Welt zu retten“. Final Fantasy IV setzt das nur mit wesentlich mehr Charakterisation, Nebengeschichtchen und Drama um, als das bis dahin üblich war. Der größte Schwachpunkt ist dabei eher das oldschool Pacing der Angelegenheit: Alle paar Minuten passiert irgendwas Dramatisches und die Charaktere geben sich auch in einem ständigen Wechsel die Klinke in die Hand. Das lässt die Geschichte, die größtenteils sehr ernst genommen werden will, schon heutzutage leicht lächerlich wirken.

In dem Zusammenhang soll die Übersetzung der DS-Version besondere Erwähnung finden. Die ist nämlich in einem sehr theatralischen Englisch gehalten, fast wie die Bühnenaufführung eines Dramas. Und das passt zum übertrieben theatralisch melodramatischen Plot doch wieder sehr gut. Zudem inszeniert die DS-Version alle wichtigen Plotpunkte in wirklich super umgesetzten ingame Cutscenes, die einen wieder so mitziehen, dass man die mitschwingende Lächerlichkeit schon fast total vergisst.

Auch das damals ziemlich neue Gameplay ist mittlerweile für alte Hasen natürlich nichts Besonderes mehr. Immerhin findet in Final Fantasy IV zum ersten Mal das ATB-System Anwendung, durch das in den zufallsgenerierten Kämpfen nicht mehr strickt rundenbasiert geprügelt wird, sondern auf das Aufladen eines Balkens gewartet werden muss, dessen Geschwindigkeit von Aktion und Charakter abhängig ist. Da Square das System in fast allen Final Fantasies danach auch benutz hat, wirkt es natürlich nicht mehr so speziell, wie es 1991 noch war.

Was hier bei der DS-Version aber auffällig ist, ist der Schwierigkeitsgrad. Final Fantasy IV ist im Original zwar sicherlich kein leichtes Spiel aber bis kurz vor Ende doch vergleichsweise ausgewogen. Ein bisschen aufleveln hier und da kann wie bei vielen Oldschool-RPGs zwar nicht schaden, Statusveränderungen sind im Vergleich mit modernen RPGs tatsächlich noch ein wirkliches Problem und Magier schon tot, wenn sie vom Gegner nur schief angesehen werden, aber insgesamt ist das Original nicht übermäßig schwer, sondern ganz gut machbar. Die DS-Version ist hingegen ein Stück schwerer und trieb es für mich so bei ein paar Bossen definitiv über die Grenze von Herausforderung zu Frust. Insgesamt ist auch die DS-Version noch machbar und starke Frustmomente nicht permanent, aber die Erhöhung hätte echt nicht sein müssen.

Was im Remake noch neu ist, sind die Augments. Jeder Charakter hat seine speziellen Fähigkeiten, die ihm Individualität verleihen, und wie schon erwähnt wechseln sie sich schon fast lächerlich schnell ab. Verlorene Charaktere hinterlassen im Remake nun Augments, die es ermöglichen einem anderen Charakter ihre Spezialfähigkeit zu übertragen. Geschicktes einsetzen dieser kann den knackigen Schwierigkeitsgrad dabei sogar etwas senken.

Optisch ist Final Fantasy IV auf dem DS eine Wucht. Basierend auf der aufgearbeiteten Engine vom Remake von Final Fantasy III bekommen wir hier wirklich sehr hübsches 3D geboten, das besonders in den dynamischen ingame Cutscenes zu überzeugen weis, die sogar mit gutem Voice Acting versehen wurden. Und auch akustisch bekommt man die volle Dröhnung, bietet FFIV doch einen der besten Soundtracks, die Uematsu abgeliefert hat.

Fazit:
Unter der extemen optischen Frischekur des DS-Remakes verbirgt sich überraschenderweise weitestgehend fast 1:1 das Original. Was eventuell ein Stück weit verschenktes Potential ist, da der Storyfluss und die Erzählstruktur der netten kleinen Geschichte doch nicht so super gealtert sind, aber trotzdem immer noch eines der besten Vertreter der FF-Serie beinhaltet. Warum unter den wenigen Änderungen allerdings ausgerechnet eine Erhöhung des Schwierigkeitsgrades sein musste, bleibt wohl ein Rätsel.

7 von 10 Punkten

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