Silva Saga

  • Plattform: Nintendo Entertainment System
  • Release: 24.07.1992 (J)

Zu Zeiten von 8- und 16-bit gab es eine ziemliche Anzahl an RPGs, die es nie in den Westen geschafft haben. Darunter auch Silva Saga. Gründe hierfür könnten unter Anderem sein, dass es mit 1992 ein mehr als nur spätes NES-Release war und das es zusätzlich kein besonders herausragendes Spiel ist.

Direkt in den ersten Minuten des Spieles bekommt man gesagt, dass man der auserwählte Krieger ist und deswegen hurtig die Beine in die Hand nehmen soll, um Oberbösewicht Zuhl zu besiegen. Was folgt ist der übliche Weg durch die Welt, hier und dort der Dorfbevölkerung ausgeholfen, um die Weiterreise zu ermöglichen und nebenbei ein legendäres Equip abstauben, um auch wirklich zum legendären Warrior of Light zu werden.

Die übliche Schoße also. Mit der einzigen Besonderheit, dass letztendlich nie Zuhl selbst umgebracht wird, sondern nur alle seine Untermänner, um der Welt Frieden zu bringen. Wahrscheinlich wollte man sich Chancen für ein Sequel lassen, es ist aber schon seltsam das ganze Quest über ständig Zuhl als Oberbösewicht genannt zu bekommen, diesem letztendlich aber nie entgegenzutreten.

Vom Gameplay her ist das Spiel eigentlich ein ziemlicher Dragon-Quest-Klon. Es gibt sogar die übliche Gehen-beim-Stehen-Animation und das Drop down Menü, mit seinen Interaktionpunkten wie „Talk“, „Search“ etc.

Die Kämpfe sind dementsprechend dann auch die üblichen rundenbasierten und zufallgenerierten Angelegenheiten in der First-Person-Ansicht. Die Kämpfertruppe kann dabei bis zu drei Mitglieder haben, als Reserve allerdings auch noch Söldner in den Städten angeworben werden.

Was aber nie nötig sein wird, da die Story einem immer ein volles Dreierteam stellt und das Spiel so einfach ist, dass keine Reserve gebraucht wird. So sind nämlich weder normale Gegner noch Bosse eine besondere Herausforderung und der Ertrag an Geld und Erfahrung nach den Kämpfen recht ordentlich. Aufleveln wird man nicht müssen. Es wird sogar NES-RPG untypisch ein neuer Gegner automatisch angewählt, sollte ein von einem Charakter anvisierter Gegner vorher von einem Mitstreiter schon totgeschlagen werden.

Von daher ist Silva Saga für NES-Verhältnisse ein relativ benutzerfreundliches Spiel. Da 1992 erschienen damit aber nicht wirklich seiner Zeit voraus, sondern eben einfach sehr spät für eine veraltete Konsole erschienen, wodurch es nur den falschen Anschein hat vergleichbaren RPGs eine Nasenspitze voraus zu sein. Immerhin führt es dazu, dass es heutzutage noch recht gut spielbar ist.

Optisch ist Silva Saga dank des sehr späten Releases eines der ansehnlicheren NES-RPGs. Es hat zwar zum großen Teil einen starken Dragon-Quest-Vibe, allerdings etwas detaillierte und mit wesentlich erträglicherer Farbauswahl. Zudem sind die ansehnlichen Monsterdesigns nicht so cartoonig. Musikalisch wird hingegen eher Standardkost geboten und die Kampfmusik empfand ich sogar als eine ziemliche Zumutung.

Fazit:
Silva Saga ist genau genommen ein absolut durchschnittliches Oldschool-RPG. Auf der einen Seite fehlt das gewisse Etwas, das so einige andere Serien in ihren NES-Anfängen ausgemacht hat, gleichzeitig ist es dank der benutzerfreundlicheren 1992er-Standards aber auch wesentlich spielbarer. Wer ein altmodisches RPG im Original spielen will, aber gern ein leichteres Durchkommen und weniger umständliches Interface will kann mal einen Blick riskieren, aber wirklich gespielt haben muss man den Einheitsbrei auch wieder nicht.

5 von 10 Punkten

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