The Legend of Zelda: Link’s Awakening DX

  • Plattform: GameBoy Color
  • Release: 12.12.98 (J), Dez 98 (US), Jan 99 (EU)

Nach über 10 Jahren Link’s Awakening erneut zu spielen war eine spannende Angelegenheit für mich. Als Kind habe ich sowohl die normale Version als auch später die kolorierte DX-Version besessen und zum Umfallen gespielt. Seither habe ich mich allerdings auch an einigen anderen Teilen der Zelda-Reihe probiert und keiner davon wollte mit mir klicken. Als ich also Link’s Awakening nach all den vielen Jahren wieder hervorgekramt habe, war ich schon gespannt, ob es mir immer noch gefällt.

Geschichten bei Zelda sind immer etwas mau und nur dazu da, schnell die Motivation zu geben, warum man überhaupt in die Lande zieht. Wogegen es ja auch nicht viel einzuwenden gibt. In Link’s Awakening ist es immerhin nicht, weil Ganon schon wieder die anscheinend äußerst lasch bewachte Zelda entführt hat, sondern Link strandet auf einer fremden Insel und muss einen Weg zurück nach Hause finden, bevor Ganon merkt das sich ob Abwesenheit seines Hauptwidersachers doch mal wieder ne äußerst gute Chance bietet.

Worum es in Zelda wirklich geht ist das Auskundschaften der Gegend und Lösen diverser Rätsel. Und da bleibt sich die Serie im ersten Handheld-Ableger natürlich treu. So müssen auch hier nacheinander 8 Dungeons betreten werden, deren Schlüssel vorher auch noch gefunden werden wollen, in denen man dann einige Rätsel zu lüften hat, bis sowohl ein neuer Gegenstand wie der Sieg über den Bossgegner in der Tasche sind. Und dank des neu gefundenen Gegenstands kann nun in der Regel ein vorher unüberwindbares Hindernis doch überwunden und der Eingang zum nächsten Dungeon gefunden werden.

Das gründliche Erkunden der Insel zahlt sich dabei hauptsächlich für optionale Dinge aus, wie dem Finden von neuen Herzteilen oder dem Erhalt eines stärkeren Schwertes. Im Gegensatz zu den Rätseln in den Dungeons oder dem Versteck des nächsten Schlüssels wird man hier nicht reichlich von NPCs und Eulenstatuen auf die Lösung hingewiesen, sondern muss viel selbst experimentieren. Wobei es sich doch immer auszahlt an verdächtig arrangierte Blumen oder bröckelnde Wänden nicht vorbei zu gehen.

Gerade durch besagte Eulenstatuen und Gespräche mit den NPCs wird Link’s Awakening dann auch nie wirklich zu schwer, da die Rätsel zwar reichlich Vielfalt bieten, aber ein helfender Hinweis fast immer ebenfalls zu finden ist. Ein bisschen Mitdenken sollte man natürlich trotzdem können.

Die DX-Version ist dabei mit dem Original fast identisch, fügt nur einen unnötigen Fotografen ein, der Verkäufe für das Druck-Addon ankurbeln sollte und ein nettes Bonusdungeon, das reichlich gebrauch von Farbrätseln macht. Zudem mussten die wenigen etwas versauteren Anspielungen leider weichen. Keine nackten Meerjungfrauen und Safer Sex propagierende Monster mehr.

Grafisch ist das Spiel dann entsprechend etwas unter dem Niveau der hübscheren GBC-Spiele wie Dragon Quest III oder die Zelda Oracles, aber doch weitestgehend wettbewerbsfähig. Die Musik ist auch ganz nett, wenn man bedenkt, dass sie aus dem GBC gequietscht kommt.

Fazit:
Mir hat Link’s Awakening auch nach all der Zeit erneut Spaß gemacht. Ein nettes kleines Nebenabenteuer zu der Hauptreihe, das zwar nicht wirklich sonderlich knifflig ist, aber dennoch mit reichlich Rätseln und optionalen Verstecken launig unterhalten kann.

7 von 10 Punkten

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