Harvest Moon GB

  • Plattform: GameBoy
  • Release: 19.12.97 (J), 08.1998 (US), 1998 (EU)

Harvest Moon mit seinem in wenige Minuten dauernde Tage aufgeteiltem Gameplay, das zusätzlich viel den immer gleichen Trott verlangt, müsste sich doch perfekt für eine Handheld-Umsetzung zum kurzen Spielen in Etappen zwischendurch eignen. Das haben sich auch die Macher gedacht und ein Jahr nach dem Erstling auf dem SNES erst Mal einen Teil für den GameBoy auf den Markt geworfen.

Opi ist tot (buh!) und hat uns was im Testament vermacht (yay!). Dummerweise isses nur ne runtergekommene Farm. Buh!! Und da alte Menschen ihre Enkel gerne nerven, überwacht uns Opi auch noch aus dem Jenseits heraus, um uns am Ende jeden Jahres zu sagen, ob wir denn seiner Meinung nach gut gewirtschaftet haben.

Im Prinzip hat sich natürlich gegenüber des SNES-Teiles nicht viel geändert, da sich das Konzept einer Farmsimulation nun mal nicht unbedingt allzu sehr für Veränderungen anbietet. Aufstehen, Felder besähen, wässern und ernten und im späteren Verlauf sich auch um Nutztiere kümmern. Tagein, tagaus.

Das mag für viele langweilig klingen und dies sogar auch sein. Ich persönlich mag den minimalistischen Ansatz der ersten HM-Teile allerdings irgendwie, da es schon fast was meditatives hat, vom komplizierten echten Leben abzuschalten und ein Spiel mit simplen und sich wiederholenden Aufgaben zu spielen. Das mochte ich schon am SNES-Teil sehr. Problematischerweise ist die GB-Version allerdings noch ein Stück simpler und weiter zurück geschraubt, was dann doch irgendwo etwas zu wenig zu tun ist.

So gibt es keine Dorffeste mehr und überhaupt beschränkt sich die Welt des Spielers hauptsächlich auf die Farm, da das Dorf nur noch als Menü und der Berg gar nicht mehr existiert. Mädels können nicht mehr umworben und geheiratet werden, auch wenn man dafür zum Ausgleich das Geschlecht des Spielers aussuchen darf. Das konnte man immerhin in den Konsolenteilen lange gar nicht, da man die Käufer lieber mit einer zusätzlichen for-Girls-Version abgezockt hat.

Tiere gibt es nur je 4 Kühe und Hühner zu versorgen, denn die 12 des großen Vorbildes. Lediglich bei den Feldfrüchten ist die Auswahl nun größer. Das größte Problem bei Harvest Moon SNES war, dass man sowohl im Herbst wie Winter nichts anbauen kann, was doch zu einer etwas trägen zweiten Jahreshälfte geführt hat. Nicht umsonst lassen einen alle späteren Teile auch im Herbst die Äcker bestellen. Der GB-Teil geht sogar noch einen Schritt weiter und so kann man sogar im Winter – also insgesamt das ganze Jahr über – Saat pflanzen und ernten. Was auch eine gute Entscheidung war, da durch den fehlenden Berg auch sonst im Winter überhaupt nix zu tun wäre.

Trotzdem ist das bisschen um ein paar Tiere und Äcker kümmern doch wenig. Zumal man auch noch Unmengen an Geld verdient, was in Verbindung mit den wenigen Zielen dazu führt, dass eigentlich am Ende des ersten Jahres schon alles erreicht ist. Maximale Anzahl an Tieren, Geld auf dem Konto, Hausausbauten und einfach sonst nix mehr zu tun, tötet ziemlich die Motivation noch weiter zu spielen. Wobei mindestens 4 Jahre gespielt werden müsste, um alle Preise für gute Arbeit, die einem der Geist von Opi überreichen kann, zu erhalten.

Dazu kommen dann noch ein paar etwas nervige Gameplay-Entscheidungen. So speichert das Modul automatisch beim Ausschalten des Gerätes, jeder Fehler, der gemacht wird, ist also unwiederbringlich. Und um die verbesserte Sichel und Hacke zu bekommen muss gar der GameBoy für 12 bzw. 24 Stunden (im echten Leben, nicht ingame Zeit) ausgemacht und gar nicht gespielt werden. Wer sich so was ausdenkt, sollte nicht mehr an Spielentwicklungen beteiligt werden dürfen.

Technisch ist der Teil natürlich Serien-üblich nicht sonderlich überragend. Wobei es die vielen niedlichen kleinen Animationen des Farmers und der Tiere auch hier immerhin Platz fanden. Die Musik ist wie immer allerdings etwas, was man eher mit der Zeit runter dreht, da eine komplette Jahreszeit über ständig das gleiche Gehudel gespielt wird.

Fazit:
Im Prinzip ist es geglückt das Spielprinzip des SNES-Teiles auch auf den kleinen Bildschirm zu bringen. Dummerweise hat man dabei insgesamt zu viele Abstriche gemacht, so dass diese Version viel zu schnell langweilig und eintönig wird – selbst für ein Harvest Moon.

5 von 10 Punkten

Werbeanzeigen