Harvest Moon GBC 2

  • Plattform: GameBoy Color
  • Release: 06.08.99 (J), 11.09.2000 (US), 30.03.2001 (EU)

Nach einem eher mauen ersten Handheld-Vertreter der für Marvelous äußerst profitablen Farmsim-Serie, versuchte man sein Glück am kleinen Screen ein paar Jahre später erneut. Diesmal größer, umfangreicher… und besser?

Wahrscheinlich ist mal wieder jemand gestorben, irgendwie ist das in der Serie ja fast immer so. Auf jeden Fall steht wie immer eine Farm leer und man bekommt den Auftrag diese in 3 Jahren auf Vordermann zu bringen. Die Alternative ist, dass ganze Farmland einzuebnen und dort für die Touristen einen Vergnügungspark zu bauen. Ja, ist nahe liegend, so am Arsch der Welt…

Es mag jetzt überraschend kommen, aber auch Harvest Moon GBC2 spielt sich wie alle anderen Teile der Serie: Morgens aufstehen, Farm von Unrat befreien, Felder bestellen und abernten, Tiere versorgen, Farm ausbauen und freundliche Gespräche mit den Dorfbewohnern halten. Tagein, tagaus. Einzige Veränderung sind die Feldfrüchte, die je nach Saison angebaut werden könne und die Größenordnung der Angelegenheit die natürlich mit Voranschreiten im Spiel steigt. Zumindest, wenn man was nicht ziemlich falsch macht. Das Ziel die Farm wieder ordentlich herzurichten ist dabei wie üblich mit 3 Jahren so hoch bemessen, dass der Erfolg idiotensicher ist.

Was GBC2 nun um einiges besser als den Vorgänger macht ist, dass es von allem einfach wesentlich mehr gibt. Neben Farm und Dorf gibt es nun endlich wieder einen Berg, auf dem wilde Früchte gesammelt, Holz gehackt und ganz neu für die Serie sogar auf Käferjagd gegangen werden kann. Der Arbeitsalltag wird endlich wieder durch Dorffeste aufgelockert und das Befreunden der Dorfbevölkerung hat auch einen Sinn, führt es doch zu kleinen Events oder die Erweiterung des Warenangebotes. Auf der Farm kann wie im Vorgänger das ganze Jahr über Feldfrüchte angebaut werden (ja, auch im Winter) und nebenher hat man das Angeln etwas ausgeweitet, da es nun verschiedene Fischsorten gibt. Das hat außerhalb der Verlinkungsmöglichkeit mit Legend of the River King allerdings eher wenig zu bedeuten. Sogar ein Gewächshaus für Blumen und Kräuter gibt es nun. Kühe und Hühner können zwar gewohnt nur je 4 gehalten werden, dafür gesellen sich nun auch noch Schafe zum Tierrepertoire. Heiraten kann man noch nicht, dafür wie gewohnt das Geschlecht des Spielercharakters zusammen mit einem Hund oder einer Katze als Haustier auswählen.

Insgesamt ist das ganze Spiel einfach mit wesentlich mehr Abwechslung und Aktivität gefüllt, als das der erste GB-Teil noch zu bieten hatte. Natürlich macht man wie in jedem Harvest Moon auf lange Sicht gesehen doch immer das Gleiche, aber wie bereits erwähnt finde zumindest ich (und so einige andere, bedenke man den Erfolg der Serie) das gar nicht mal so schlimm. Simples Gaming zum Entspannen für Zwischendurch, mit einfachen sich wiederholenden Aufgaben. So gegen Ende des zweiten Jahres wird mir zwar meist auch etwas langweilig, aber dann lass ich das Spiel einfach ne Woche liegen und stürze mich anschließend wieder voll motiviert auf das finale Jahr.

Technisch hat sich wie immer nicht viel getan: Zweckdienliche aber niedliche Grafik mit einigen goldigen Animationen und viel zu wenige BGMs, als das man den Regler des Handhelds nicht bald gen Stumm drehen würde.

Fazit:
Harvest Moon GBC2 ist nicht nur eine ordentliche Verbesserung gegenüber des Vorgängers, sondern bis Heute einer meiner Lieblinsteile der Serie. Sicherlich einfach, simpel und immer das Gleiche, wodurch ich sehr gut nachvollziehen kann, dass es definitiv nicht das Spielprinzip für jedermann ist, hole ich es fürs Entspannung zwischendurch immer mal wieder gerne raus

7 von 10 Punkten

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