Dragon Quest Swords: Die maskierte Königin und der Spiegelturm

  • Plattform: Wii
  • Release: 12.07.07 (J), 19.02.08 (US), 09.05.2008 (EU)

Wenn ein Spielsystem mit einem besonderen Gimmick auf den Markt kommt, zerbrechen sich die Spielhersteller häufig den Kopf darüber (bzw. werden sogar dazu gezwungen), dieses auch möglichst in ihre Spiele irgendwie einzubauen, was häufig sehr aufgesetzte Folgen hat. Square Enix hatte es bei den Motion Controls der Wii allerdings sehr einfach, hatte man einige Jahre zuvor mit Kenshin Dragon Quest doch bereits ein Spiel auf den Markt gebracht, das eben genau solche nutzte wodurch man das Konzept in Dragon Quest Swords sehr einfach wiederverwerten konnte.

Das Königreich Avalonia bereitet sich gerade auf die bevorstehenden Feierlichkeiten zum Jahrestag des Siegs über den Oberbösewicht vor. Üblicherweise ist das natürlich ein dramaturgisch sehr guter Zeitpunkt, um diesen wiederzuerwecken. Und da unser Held gerade seine Reifeprüfung zum vollwertigen Schwerkämpfer hinter sich gebracht hat, ist er doch perfekt dazu geeignet, in die Lande zu ziehen und den Monstern den Gar auszumachen.

Dragon Quest ist eine sehr klassische Serie, auch was die schnörkellosen Handlungen angeht. Dem ist sich Swords voll bewusst und erzählt seine Geschichte mit einer ordentlichen Portion Augenzwinkern. Natürlich werden viele gängige Klischees aufgeworfen, aber auch entsprechend witzelnd kommentiert. Die übliche Portion Humor und Charme der Serie muss man in Swords also nicht missen. Dazu gehören natürlich auch die seit dem achten Teil der Serie zum Standard gewordenen diversen Akzente, die von den Charakteren gesprochen werden.

Spielerisch ist Swords recht simpel. Es gibt eine einzelne Stadt um sich fürs Abenteuer aufzurüsten, der Rest der Welt sind die Einsatzgebiete. Und diese stellen sich als Rail-Slasher in Ego-Perspektive heraus. Die übliche Welterkundung der Serie bleibt also aus, das Spiel führt einen auf gerader Schiene durch die Stages, hat höchstens mal hier oder da eine Weggabelung, die einen kurzen Abstecher zu einer Schatztruhe ermöglicht.

Sobald eine Gruppe Monster auftaucht, wird automatisch das Schwert gezogen und die Action beginnt. Per Motion Control wird jeder Schlag, den man macht so auch entsprechend auf die Monster übertragen, bis sie zu Geschnetzeltem verarbeitet sind. Zwischendurch mal Projektile zurück schlagen, Angriffe mit dem Schild abwehren und bei voll aufgeladener Spezialleiste einen Sonderschlag ausführen, lockert das Geslashe etwas auf. Wobei bei mir hin und wieder ein Schlag falsch vom Spiel registriert wurde, was aber nicht allzu häufig der Fall war.

Da immer die gleichen Monster an der gleichen Stelle auftauchen und diese auch eine überschaubare Animationsabfolge haben, kann man durch ein gutes Gedächtnis bei wiederholtem Ablauf der Stages immer besser werden, was das Spiel auch mit Scores würdigt. Zudem können die eigenen Chancen natürlich auch erhöht werden, in dem bessere Rüstung gekauft und das Schwert stärker geschmiedet wird, was neben Geld auch in den Stages zu findende Materialien beansprucht.

Ja und das war es im Prinzip auch schon. Eigentlich ein ganz spaßiges Konzept, zumindest so für ne Stunde zwischendurch. Sich durch ein Stage schnetzeln, aufrüsten und dann eventuell noch das nächste angehen. Zum Glück sind sie kurz genug, um einen nicht durch Langatmigkeit negativ aufzufallen. Und gerade die Bosskämpfe können doch ganz gut das Adrenalin in Wallung bringen.

Ach ja, Partner hat man auch mit im Gepäck, die mit Zaubern unterstützend helfen. Dabei kann praktischerweise eingestellt werden, ob sie sich aufs Angreifen oder Heilen konzentrieren sollen oder nur dann was machen, wenn man ihnen per Menü eine Aktion befiehlt. Ich persönlich fand es am Besten sie das Heilen übernehmen zu lassen, denn auf Offensiv gestellt verbrauchen sie ihre MP häufig schneller, als man den Untertitel des Spieles aussprechen kann.

Optisch ist das Spiel ganz niedlich, wobei von der Wii nun mal keine Glanzleistungen erwartet werden sollten, was für ein Dragon Quest aber auch absolut nicht nötig ist. Stilistisch gefällt mir das Cel-Shading eines DQVIII zwar noch einen Tacken mehr, aber Swords ist auch ganz hübsch. Die Musik sind typisch passende aber nicht übermäßig spektakuläre Sugiyama-Klänge, das Charakterdesign für Toriyama-Verhältnisse sogar richtig ansehnlich und das die mit Akzenten versehene Sprachausgabe wieder sehr viel zum Charme beiträgt, hab ich ja schon erwähnt.

Fazit:
Dragon Quest Swords ist ein spaßiges kleines Spielchen für Zwischendurch. Aber definitiv kein Reißer oder gar Vollpreisspiel. Hier mal ne Stunde und da mal ne Stunde gespielt, nach nicht mal 10 ist man dann durch (optionale Endgame-Bosse nicht eingerechnet) und dann verschwindet es im Regal und ward nicht wieder gesehen.

6 von 10 Punkten

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