Persona 2: Eternal Punishment

  • Plattform: PlayStation
  • Release: 29.06.00 (J), 22.12.00 (US)

Japanische Spieler mussten ein ganzes Jahr warten, bis der zweite Teil des Persona-2-Epos auf den Markt kam. Amerikanische Spieler wurden diesmal auch endlich wieder von Atlus bedacht, die Eternal Punishment den Englisch-Mächtigen zugänglich machten. Innocent Sin blieb zwar verschollen, aber zum Glück sind auch beide Spiele auf sich allein gestellt spielbar.

Die neue Welt, in der die schrecklichen Ereignisse aus Innocent Sin nie stattgefunden haben, ist erschaffen. Maya, immer noch Reporterin, wird für einen Artikel über die Joker-Mordserie an die Seven Sister High geschickt. Laut Gerüchten unter Schülern taucht nämlich der Joker auf, wenn man sein eigenes Handy anruft und nimmt Mordaufträge an. In der Schule angekommen, kann der Direktor auch prompt nur noch als Leiche vorgefunden werden und der Joker taucht tatsächlich vor Maya und ihren Begleitern auf und wirft ihr Dinge vor, die sie auf der anderen Seite getan haben soll. Nur kann sich Maya nicht erinnern, was mit dieser anderen Seite gemeint sein soll…

Letztendlich ist Eternal Punishment wie erwähnt dadurch, wie Innocent Sin geendet hat, und jeder Menge Flashbacks auch in sich geschlossen spielbar. Wenn man kann, sollte man aber doch IS vorher spielen, da dadurch einige Szenen einen wesentlich größeren Aha-Effekt haben. Auch Persona 1 wird etwas stärker einbezogen, aber das Spiel sollte wirklich keiner freiwillig spielen müssen, nur um aus EP ein Quäntchen mehr rauszuholen.

Was mir an EP etwas besser gefallen hat als an IS war, dass das Spiel eine Ecke erwachsener, düsterer und bodenständiger wirkte. IS war ein sehr interessantes Spiel aber teilweise doch auch ganz schön abgedreht, selbst für MegaTen-Verhältnisse. In EP mag es immer noch um wahr werdende Gerüchte gehen und später Geheimorganisationen und Mafia vorkommen, doch insgesamt wirkt es nicht ganz so over the top. Auch dadurch, dass diesmal die meisten Charaktere keine Schüler, sondern in ihren Zwanzigern sind, wird der Sache eine andere Perspektive gegeben.

Vom Gameplay her hat sich nicht viel verändert. Mit Dämonen reden, um Tarot-Karten zu bekommen, die im Velvet Room zum Beschwören von Personae genutzt werden. Diese dann im Rang erhöhen, um ihre Skills frei zu schalten, was bei häufigem Persona-Wechsel recht viel Zeit beanspruchen kann. Diesmal sind die Konversationen noch etwas vereinfacht, da jeder Charakter nur noch einen Skill hat, wobei aber etwas häufiger Gruppen-Skills genutzt werden müssen.

Kämpfe gewohnt rundenbasiert, zu Beginn eine Strategie festlegen, die dann schön brav im Auto-Battle ausgeführt wird, bis sie manuell umgestellt wird. Die richtigen Skills in der richtigen Reihenfolge ergeben dabei erneut besonders starke Fusion Spells, mit denen man den normalen Gegnern recht schnell den Gar ausmachen kann.

Leider gestaltet sich dabei erneut das Problem, dass nach jeder Runde die Reihenfolge automatisch nach Agility-Wert neu formiert wird, wenn bei Bossen also eine strikte Reihenfolge eingehalten werden soll, doch wieder manuell jede Runde diese eingestellt werden muss.

Ansonsten wurde allerdings ein wenig an den Menüs gewerkelt. Optisch zwar identisch mit denen in IS gibt es nun jede Menge kleine Shortcuts, die sie wesentlich leichter bedienbar machen. Auch können endlich die Kampfanimationen ausgestellt werden, um diese zu beschleunigen.

Optisch hat sich ebenfalls nicht wirklich was gegenüber dem Vorgänger geändert. Für 2000 sicher nicht top of the bunch, zeichnet sich Persona 2 weiterhin vor allem durch die Liebe zum Detail bei den verschiedenen Animationen und Gestaltung der Umgebung aus. Besonders gut ausgearbeitet fand ich hierbei z.B. die Irrenanstalt, die wirklich eine durch und durch unheimliche Atmosphäre verbreitete. Die eingestreuten FMVs zeigen diesmal sogar häufig die Charaktere.

Die Musik ist wie immer sehr gut und vor allem den jeweiligen Style der Umgebung wiedergebend. So hat jeder Shop seine eigene BGM und der Velvet Room gleich mehrere. Auch die Dungeons sind sehr passend hinterlegt, vor allem das Enddungeon rockt. Sprachausgabe gibt es diesmal sogar auch außerhalb der Kämpfe für die wichtigsten Sätze, allerdings ist die englische Variante sehr dürftig geworden. Ein weiterer Pluspunkt fürs Ausschalten der Kampfanimationen, da damit auch viele der Battle Quotes verschwinden.

Fazit:
Ich habe schon zu Innocent Sin geschrieben, dass es eines der besten RPGs des Systems ist und Eternal Punishment steht dem als direktes Sequel natürlich in keinster Weise nach. Das etwas bessere Handling und erwachsenere Story und Charaktere fand ich sogar noch einen Tacken besser.

8 von 10 Punkten

Werbeanzeigen