Kaijuu-Oh Godzilla

  • Plattform: GameBoy
  • Release: 17.12.1993 (J)

Godzilla: König der Monster, seit mittlerweile bereits über 50 Jahren in fast 30 Filmen erschienen. Das es zur mutierten Riesenechse auch Spiele geben würde – und das nicht zu wenig – ist unvermeidbar gewesen. Mit Kaijuu-Oh Godzilla machte er dann schließlich den GameBoy unsicher, nachdem darauf bisher nur der Port eines MSX-Puzzel-Games mit SD-Godzilla erschien.

Als Spieler wird selbstredend die Rolle Godzillas eingenommen, der sich durch 5 Stages von links nach rechts prügelt, welche jeweils eine ordentliche Länge haben. Unterwegs wird er regelmäßig vom Militär per Panzer, Schiffen und Flugzeugen beschossen. Wie in den Filmen sind diese allerdings nicht weiter der Rede wert, da sie im Nu ausgeschaltet werden können. Was sie noch wesentlich weniger zur Gefahr macht ist, dass Godzillas Lebensleiste langsam regeneriert, solange er still steht. Und da Militär nicht respawned und die Stages auch nicht im Autoscrolling sind, kann so jederzeit einfach per Stop and Go gerastet werden, um Godzilla zu heilen.

Dessen Arsenal ist hier natürlich stark beschränkt. B-Knopf um mit der Pranke zuzuschlagen, links + B für den Schwanz und A-Knopf, um den Atomic Breath abzufeuern. Dieser kostet allerdings auch Lebensenergie Godzillas und kann in 3 Richtungen gefeuert werden: Geradeaus, schräg hoch und schräg runter. Eine weitere Besonderheit von ihm ist, dass er viele Geschosse und Beams der Gegner unschädlich macht, wenn sie aufeinander treffen. Ansonsten kann sich Godzilla in den Stages wie erwähnt nur nach rechts bewegen, nimmt allerdings nach links eine Defensivstellung ein. Zudem kann sich etwas auf der Vertikalen nach oben und unten bewegt werden.

Die wahre Schwierigkeit des Spieles kommt dann auch lediglich von den anderen Monstern, die sich Godzilla in den Weg stellen. Mit eigenen guten Attacken und wesentlich mehr Lebensenergie, ist für sie die richtige Taktik gefragt. Es muss erst Mal geschaut werden, was für einen Bewegungs- und Attackenablauf sie befolgen und dann Godzilla entsprechend in eine halbwegs sichere Position gebracht und geschaut werden, wann ein Atomic Breath zum Aufhalten der Attacken und Schädigen des Gegners angebracht ist und wann Gelegenheit zum Verschnaufen ist, damit sich die eigene Lebensleiste erneut füllt.

Zu Beginn scheinen die anderen Monster noch nicht allzu schwer und auch zwischendurch gibt es immer mal wieder Nieten, aber mit weiterem Spielverlauf werden sie doch konstant kniffliger. Zudem gibt es so einige zu sehen, eigentlich fast alle, wenn nicht sogar wirklich alle, die je in einem Godzilla-Film zu sehen waren. Zumindest bis einschließlich 1993, als das Spiel erschienen ist. Außerdem sind sie häufig in thematisch passenden Stages untergebracht. So ist ein Stage eine Mischung aus Monster Island und einer Raffinerie. Passend dazu wird man hier 3 Kämpfe gegen Riesenheuschrecken, Spiegar, Gabara, Manda und Hedorah sowohl in der fliegenden wie in der finalen Version beschreiten.

Wer sich mit den Filmen auskennt, sieht also direkt, dass diese passend platziert wurden. Und so gibt es in jedem Stage mindestens 5 häufig sogar mehr Monster zu sehen. Für Fans hat das Spiel also schon alleine dadurch einen enormen Unterhaltungswert und zusätzlich Motivationsschub – man will sie ja alle gesehen haben. Aber auch grundsätzlich gesehen macht das Spiel auf seine minimalistische Einfachheit enormen Spaß.

Grafisch darf man vom GameBoy natürlich nicht sehr viel erwarten. Ich war allerdings trotzdem etwas überrascht, wie gut viele der Monster umgesetzt wurden. Nichts super deformed oder sonstiges. Wie erwähnt geben auch die Stages eine gute Variation ab. Ein paar Gebäude sind sogar zerstörbar, allerdings nur hin und wieder mal.

Fazit:
Ich muss sagen, dass ich von dem Spiel zunächst wirklich angenehm überrascht war, was sich noch kurzer Spielzeit schlichtweg in Begeisterung gewandelt hat. Sicherlich ist es sehr minimalistisch und durch die regenerierende Lebensleiste außerhalb einiger der Monsterkämpfe eher einfach, doch ich hatte meinen Spaß damit. Was durchaus zum Teil, aber nicht ausschließlich, an den gut umgesetzten Monstern lag.

8 von 10 Punkten

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