Clock Tower II: The Struggle Within

  • Plattform: PlayStation
  • Release: 12.03.98 (J), 31.10.99 (US)

Nachdem die Geschichte um Jennifer und die Barrows im zweiten Teil abgeschlossen war, ging Human Entertainment mit dem dritten, in Japan als Clock Tower: Ghost Head im Westen Clock Tower II: The Struggle Within bekannt, was die Geschichte und Charaktere anging, neue Pfade. Das Gameplay ist es, was die Serie zusammen hält.

Wie der Vorgänger ist auch The Struggle Within in drei Kapitel unterteilt. Im ersten kommt Alyssa beim Haus ihres Onkels an, nur um dort seltsame, abgetrennte Körperteile zu finden, von einem unheimlichen kleinen Mädchen mit Messer gejagt und von Onkelchen und Tantchen mit irgendwas über einen Maxwell-Fluch voll gebrabbelt zu werden. Diese Episode überstanden und im Krankenhaus wieder aufwachend, mag sie zwar vor einem Killer verschont bleiben, doch tauchen Zombie auf, die sie anknabbern wollen. Im Forschungsinstitut des finalen Kapitels sollen sich erst die Geheimnisse um Alyssa, ihren Vater und den Fluch lüften, während zu den bissigen Zombies nun auch wieder ein ruheloser Killer mit Oni-Maske stößt.

Ehrlich gesagt fand ich die Handlung diesmal wesentlich schwächer. Clock Tower war elegant minimalistisch, Clock Tower (2) fügte dem einen größeren Mythos hinzu, trotz aller B-Horror-Cheesyness der beiden Teile, The Struggle Within hingegen braucht ewig, um richtig ins Rollen zu kommen und überschlägt sich dann in Blödsinn und Logiklücken. B-Horror-Vibe hin oder her, unterhaltsam ist die Sache nicht mehr wirklich.

Das Gameplay ist gewohnt der Marke Point & Click. Alyssa muss nach Hinweisen und Gegenständen suchen, die ihr helfen, sich aus der aktuellen Lokalität zu rätseln, während in regelmäßigen Abständen ein Killer oder Zombie auftaucht und mit ihm Versteck gespielt werden muss. Neu ist hier, dass Alyssa mit Bates eine zweite Persönlichkeit hat, die grundverschieden ist. Alyssa und Bates reagieren unterschiedlich auf andere Menschen und Situationen und tun allgemein Dinge anders, was natürlich eingesetzt gehört, um sich durchs Spiel zu puzzeln. Das Problem an der Sache ist, dass es viel zu unnötig kompliziert ist, Bates heraus zu locken. Alyssa muss ihren schützenden Talisman ablegen, was nur an ganz bestimmten Punkten möglich ist. Dann muss sie auch noch ein Gegner angreifen, damit Bates die Kontrolle übernimmt und jenen besagten Gegner auch aus dem Weg räumen, da bei Clock Tower die normalen Rätsel nicht gelöst werden können, während der Charakter verfolgt wird, da nur die Hiding/Evasion Spots währenddessen anwählbar sind. Jedes mal, wenn Bates benötigt wird, ist das also ein nerviges Unterfangen. Zumal man sich auch nie ganz sicher sein kann, ob man jetzt zwar in der richtigen Persönlichkeit ist und irgendwas anderes falsch macht, oder die Lösung des aktuellen Problems eben einen Wechsel benötigt, denn womit Bates interagieren kann, wird als Alyssa einfach nicht angezeigt. Logisch ist’s sowieso nicht immer. Das Alyssa sich vor Schreck lähmen lässt, wo Bates schon mal einem Angreifer einen Tritt verpasst, leuchtet ein. Das Alyssa sich verstecken muss, während Bates mit Schusswaffen umzugehen weis und somit hier zum ersten Mal Gegner tatsächlich mit Waffengewalt beizukommen ist, ebenfalls. Das Bates ohne Probleme eine Leiche aufschneidet, um den darin verborgenen Schlüssel zu finden, während Alyssa nicht mal auf die Idee kommen würde, von mir aus auch. Aber das Alyssa und Bates unterschiedliche, stinknormale Türen öffnen oder eben nicht öffnen können, macht wieder gar keinen Sinn.

Ein weiteres großes Problem ist das viele Backtracking durch die Lokalitäten. Nicht nur, um die Rätsel zu lösen, sondern auch, weil es sehr wenige Hiding/Evasion Spots gibt. Sobald ein Gegner auftaucht, muss also durchs halbe Gebäude gesprintet werden, um an einen der wenigen zu gelangen. Besonders in Kapitel 2 und 3 nervig, wo an jeder Ecke ein Zombie lauert. Das schöne an den beiden Vorgängern war, dass der Killer einen zwar immer mal wieder verfolgt, dazwischen aber reichlich Luft lässt, die Rätsel zu lösen, damit das nicht zu nervig wird. In The Struggle Within verbringt man mehr Zeit damit, hin und her zu rennen, weil jemand die Verfolgung aufgenommen hat oder um zum Ursprungspunkt, wo man über jenen gestolpert ist, zurück zu kommen, denn sonst was zu machen.

Grafisch macht das Spiel etwas mehr her, als sein Vorgänger, was vor allem auch dadurch begünstigt wird, dass nie ganz so nah rangezoomt wird, denn sonderlich toll sieht auch The Struggle Within nicht aus. Und musikalisch gibt es wie üblich um die Atmosphäre zu steigern die meiste Zeit nichts zu hören.

Fazit:
Als ich das Spiel vor 5 Jahren zum ersten Mal gespielt habe, war ich schon nicht sonderlich überzeugt. Diesmal hab ich es regelrecht gehasst. All das Backtracking und die nervige Prozedur um zu Bates zu werden, zusammen mit weniger Atmosphäre und uninteressanterer Handlung killen das Spiel für mich einfach. Damals wie Heute ist es das einzige der Human Entertainment Clock Towers, wo ich mich nicht dazu durchringen konnte, trotz kurzer Spielzeit alle Enden zu erspielen (hier übrigens 13 an der Zahl).

3 von 10 Punkten

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