Sam & Max: Season Two

  • Plattform: PC
  • Release: 11.04.09 (US), 30.09.10 (EU)

Season One war ein enormer Erfolg, und so wundert es auch nicht, dass darauf mittlerweile zwei weitere folgen durften. Dem Telltale- und ehemaligen Lucasarts-Fan kann es nur recht sein weiterhin Nachschub der Franchise zu bekommen. Doch lässt die Serie nicht eventuell bereits nach?

Gameplay ausnahmsweise mal zuerst aus dem Weg geräumt. Hier hat sich nicht viel getan und es ist letztendlich sowieso nicht sonderlich kompliziert. Es wird halt gezeigt und geklickt und das alles über die gewohnte Ein-Klick-Steuerung. Sprich, wenn ich was anklicke, entscheidet das Spiel automatisch, ob es ein einsetzbarer Gegenstand ist und lässt Sam es ins Inventar nehmen, oder ob es einfach Deko ist, zu der er nur einen Spruch ablässt. Gegenstände und Locations gewohnt übersichtlich und somit weitestgehend keine Gefahr, sich die Gehirnwindungen zu sehr zu verknoten.

Apropos Lokalitäten: Diesmal störte mich das Recycling nicht sonderlich. Damit ist Season Two in dieser Hinsicht immer noch sehr schamlos. Pro Episode gibt es die gewohnte Bürostraße – etwas umdekoriert seit Season One – und eine spezifische neue Ortschaft. Die letzten beiden Episoden, die den Spieler auch zwischen vielen Szenarien hin und her wechseln lassen, nehmen jene hingegen aus vorigen Episoden und vor allem Season One. So viel Neues gibt es hier also dennoch eigentlich nicht zu sehen, diesmal ist’s nur netterweise nicht ganz so auffällig, wie in der vorigen Staffel. Zudem lockern einige Minigames das Geschehen stark auf, die in jeder Episode variieren statt beispielsweise überall eine Autoverfolgungsjagd vorgesetzt zu bekommen.

Doch die Sam & Max Seasons leben hauptsächlich von den verqueren Handlungen, seltsamen Charakteren und witzigen Sprüchen der beiden Protagonisten. Und hier bietet Season Two viel Abwechslung und tolle Ideen. In der Theorie. Zunächst müssen die beiden Weihnachten vor Santa Clause höchstpersönlich retten, dann fliegende Bermuda-Dreiecke auf den Osterinseln aufhalten, in Deutschland einem schwuchteligen Vampir und seiner Zombie-Horde die Suppe versalzen und gelangen letztendlich sogar in ein UFO und die Hölle. Nur leider sind viele Ideen nur auf dem Papier interessant und clever, in der Umsetzung dann allerdings gleich weniger amüsant. Selbst die Sprüche von Sam und Max, die immer viel zu retten wussten, sind hier eher Silber statt pures Gold.

Und dies trifft eigentlich auf die ganze Staffel mehr oder weniger stark zu. Bei Telltale-Games ist die zweite Staffelhälfte meist wesentlich besser als der Beginn in der ersten und dies ist hier nicht anders. Besonders herausstechen tut hierbei Episode 2, die die bisher schwächste der ganzen Reihe darstellt. Episode 4 und 5 mögen endlich anziehen, was leider etwas spät ist und auch dann muss ich leider sagen, dass sie mit den Finalepisoden von Season One und Tales of Monkey Island nicht mithalten können. Alles schlecht an Season Two ist zwar nicht, sie allerdings einfach im Ganzen ein Stück weniger gut und witzig, als man dies gern hätte.

Technisch hat sich nichts sichtlich geändert: Netter, einfacher Cartoon-Look, der auch nicht so guten PCs freundlich gesinnt ist, passende Musik und tolles Voice Acting herrschen vor.

Fazit:
Mit Season Two konnte ich nie so richtig warm werden, und das, wo ich schon zu Season One gemischte Gefühle hatte. Ja, die letzten beiden Episoden sind wieder wesentlich besser, ja die Sprüche von Sam und Max retten auch wieder was, ja Episode 1 und 3 sind dennoch komplett spielbar. Aber Season Two ist schwächer als Season One mit seiner tollen zweiten Hälfte und sowieso schwächer als das viel stringentere Tales of Monkey Island. Ein fader Beigeschmack bleibt eben irgendwie, trotz vorhandenem Unterhaltungswert.

6 von 10 Punkten

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