Harvest Moon: Animal Parade

  • Plattform: Wii
  • Release: 30.10.08 (J), 12.11.09 (US), 03.12.10 (EU)

Ah, es ist so lange her, dass ich ein Harvest Moon gespielt habe. Nein wartet, ist es gar nicht. Aber es ist lange her, dass ich mir einen neuen Teil gekauft habe. Abgesehen vom absoluten Fehltritt A Wonderful Life kenne ich sonstig nur die alten Teile der Serie – und das erste Rune Factory, wenn das zählt – Animal Parade war mein erster moderner Teil. Mal schauen, was draus wird.

Es scheint ein Fluch auf dem Land zu liegen, Tierzucht, Fischreichtum, Felderträge etc. sind einfach nicht mehr das, was sie einmal waren. Bis vier Krieger des Lichts erscheinen und mit den Kristallen auch das Land regenerieren. Warte, falsche Serie. Nein, ein neuer Farmer in der Nachbarschaft bekommt einen Wichtel-Sidekick, mit dessen Hilfe er die fünf Glocken läuten und die Kraft der Erntegöttin und des Erntekönigs wieder herstellen muss, um das Land zu retten.

Handlungen in Harvest Moon waren früher immer non existent, in den modernen Teilen sind sie immerhin schon mal vorhanden – aber immer noch weitestgehend nebensächlich. Statt die Farm in einer gewissen Zeitspanne aufzumöbeln müssen halt gewisse magische Wasauchimmers gefunden, regeneriert, geläutet oder sonstwas werden, was meist natürlich stark mit dem Fortschreiten in der Landwirtschaft verbunden ist. Es ist halt einfach nun eine dynamische, statt zeitliche Zielsetzung, um gewisse Dinge zu erreichen, eine packende Storyline sollte also auch in Animal Parade nicht erwartet werden.

Das führt dann meist dazu, dass das Spielende viel einfacher zu erreichen ist, da Harvest Moon nun mal mehr als einfach ist und wenn sich dahinter gehängt wird, die gesteckten Ziele schnell zu bezwingen sind. Wobei das auch wiederum ein Segen sein kann, so muss immerhin nicht gewartet werden, bis das Spiel nach 3 Spieljahren seine Endabrechnung macht, obwohl die Minimalvoraussetzungen zum Bestehen schon am Ende des ersten geschafft waren. Animal Parade macht es erneut dem Spieler nicht sonderlich schwer, sind doch schon bei Einzug in die Farm eine Kuh und mehrere Feldfrüchte vorhanden, die Stamina großzügig bemessen und auch die Zeit langsam genug vergehend, um jeden Tag zu Fuß alles zu erreichen. Es sollte zumindest nicht verwundern, wenn man am Ende des ersten oder Anfang des zweiten Jahres da steht und bereits die Handlung hinter sich gebracht, die Farm komplett ausgebaut, geheiratet und Nachwuchs gezeugt hat.

Doch dies ist für die Serie normal und so ein Jahr auch keine besonders kurze Spielzeit. Wer im Gegensatz zu mir auch ohne roten Handlungsfaden, der einen weiter treibt, motiviert bleibt, kann sowieso endlos weiter spielen, sogar als sein eigenes Kind im New Game + von vorn beginnen. Gerade das Harvest Moon so leicht ist, mag ich eigentlich an der Serie. Es ist einfach so schön entspannend. Spiel rein, Hirn ausschalten, vor sich hin träumen, während auf Autopilot gespielt wird. Ich brauche kein schnelles Reaktionsvermögen oder gute Hand-Augen-Koordination, muss nicht lange Strategien planen oder versuchen einer komplexen Handlung zu folgen, wenn Harvest Moon in der Konsole steckt. Ich kann einfach mal vor mich hin relaxen, ohne an irgendwas oder über irgendwas denken zu müssen. Pure Entspannungstherapie.

Bietet Animal Parade nun was Neues? Nö, dafür ist man eh in der falschen Serie. Die Möglichkeiten sind die üblichen: Ställe voller Tiere stellen, wobei zu den üblichen Hühnern, Enten, Pferden, Kühen, Schafen und Ziegen auch Strauße und Seidenraupen kommen. Die Felder voller Gemüse und Bäume pflanzen, wobei auch im Winter Zeug wächst. Sich mit NPCs anfreunden, diverse sogar heiraten können. In der Miene auf Erzsuche gehen, dank denen die Werkzeuge aufgerüstet werden können. Mehrmals pro Jahreszeit steigt ein Fest. Besonders niedlich können auch wilde Tiere wie Katzen, Hunde, Schlangen, Pandas und Pinguine gezähmt und als Haustier gehalten werden. Ganz Stilbewusste Spieler können zudem neues Mobiliar zum Einrichten von Farm und Wochenendhäusern und neue Outfits für sich selbst und die Kinder kaufen. Alles eigentlich im einen oder anderen Teil schon dagewesen, aber alles sehr launige Sachen.

Hübsch und extrem niedlich sieht die ganze Geschichte sowieso aus, auch wenn ich das Kuhdesign etwas seltsam fand. Dafür sind die ganzen übertriebenen Emotions-Animationen der Charaktere echt goldig. Und selbst die Musik ist diesmal etwas besser, als dies in der Serie üblich ist. Natürlich, es dudelt immer noch eine ganze Jahreszeit über die gleiche Mucke (wobei Tags und Nachts unterschiedliche Versionen laufen), doch ausnahmsweise habe ich mich sogar ein- oder zweimal dabei erwischt, sie mit zu summen.

Fazit:
Animal Parade ist tatsächlich mein neuer Lieblingsteil der Serie geworden. Wer natürlich mit dem auf den ersten Blick langweiligen Gameplay der Serie eh nie was anfangen konnte, wird auch hier keine Offenbarung erleben, doch ich fand den Teil mit all seinen niedlichen Optionen und angenehmen Spielverlauf echt launig und entspannend.

8 von 10 Punkten

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