Ys Origin

  • Plattform: PC
  • Release: 21.12.2006 (J)

Nachdem Falcom die Serie mit Ys VI aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt hatte, wollten sie sie so schnell nicht wieder einschlafen lassen. So folgte auf das Oath in Felghana Remake denn auch Ys Origin. Bisher leider eines der wenigen neueren PC-Spiele von Falcom, das keinen PSP-Port spendiert bekam und so nur über Fantranslation verständlich spielbar ist.

Jahrhunderte bevor der rothaarige Recke Adol überhaupt geboren wurde erhoben die beiden Göttinnen das Land Ys in den Himmel, um es vor der Monsterbedrohung zu erretten. Die blieben auf dem Erdboden zurück und bauten den gigantischen Dharm-Tower. Dennoch, die Menschen des schwebenden Ys konnten unbeschwert weiter leben, doch nun sind die beiden Göttinnen spurlos verschwunden und ein Suchtrupp wird auf ihren Spuren gen Erde geschickt.

Die Handlung von Ys Origin ist ganz getreu der Serie wenig komplex und nur der Antrieb dafür, warum sich nun überhaupt durch die Lande geschnetzelt wird. Wobei sie doch etwas stärker ausgearbeitet ist, denn bisher, zwischen den Kampfabschnitten doch einige Worte mehr als üblich gewechselt werden. Zudem hat Ys Origin gleich drei spielbare Charaktere, die alle das Geschehen aus leicht unterschiedlichem Blickwinkel beleuchten. Für die komplette Geschichte muss also drei Mal gespielt werden – zu viel sollte man dennoch nicht erwarten. Eine B-Route in Nier ist das nicht.

Interessant ist vor allem, dass man sich dazu entschieden hat, dem Mädel eine große Axt in die Hand zu drücken und den Kerl zum Magier zu machen. Spielen tun sie sich dadurch auch leicht anders. Yunica ist mit ihrer Axt im Prinzip gleich zu Adol aus Oath in Felghana, haut sie im Nahkampf den Gegnern um die Ohren. Hugo als Magier hat zwei Orbs um sich, die Energiebälle verschießen, also Distanzangriffe darstellen und der Sache fast ein Shoot-em-up-Feeling geben. Der Rest ist ziemlich gleich und der Serie getreu sehr simpel: Schnelles, Action-geladenes Schnetzeln durch die Gegner, hier mal eine Schatztruhe mit einer besseren Ausrüstung, dort mal eine von wenigen Magien zu finden. Rätsel gibt es so gut wie gar nicht, Ys stützt sich auf die launige, knackig-geschwinde Action der Kämpfe.

Das macht auch soweit echt Spaß, der Schwachpunkt von Ys Origin ist eher das Setting. Die beiden Göttinnen sind im Dharm-Tower verschwunden und jener ist der einzige Schauplatz des ganzen Spieles, Ys Origin also ein Dungeon Crawler. Das wäre soweit nicht schlimm, wenn der Turm nicht so bestechend gleich aussehen würde. Sicher, er ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die unterschiedliche Themen haben, doch wenn das Layout abgesehen von ein wenig Wasser-, Lava- oder Sand-Deko dennoch sehr ähnlich bleibt, kann das Turmerklimmen schon etwas dröge werden. Ein wenig raus hauen tun dies die echt tollen Bosskämpfe, die zudem für Spieler des ersten Teiles nette Hommages bieten.

Da ist der Wiederspielwert durch die drei Charaktere mit unterschiedlicher Sichtweise schon wieder ein zweischneidiges Schwert. Zum einen bietet es jenen, die das Spiel echt gut fanden und über die 8 Stunden des einmaligen Durchgangs bringen wollen, einen guten Grund ein weiteres Mal zu beginnen, zum anderen bedeutet dies allerdings auch, für die komplette Sicht auf die Ereignisse den gleichen Turm drei Mal durchwandern zu müssen, der schon gegen Ende des ersten Durchgangs etwas langweilig wurde. So toll ist die Handlung dann aber sowieso nicht, um sich wirklich zwingen zu müssen.

Ys Origin basiert, wie so ziemlich alles von Falcom der damaligen Zeit, auf der Engine von Ys VI. 3D-Dungeon mit Sprites für Charaktere und Gegner sind das Resultat, alles stimmig und nett anzusehen, aber bestimmt kein Reißer, immerhin dank PC-Auflösung gestochen scharf anzusehen. Die Bosse sind recht spektakulär anzusehen und die Anime-Portraits hübsch gezeichnet. Wie immer sehr rockig und eingängig ist dafür der Soundtrack.

Fazit:
Zu den Ys-Spielen gibt es eigentlich nie viel zu schreiben. Sie sind knackig-kurze, sehr auf die schnelle Action getrimmte Spiele, die mir wirklich Laune machen. Auch mit Ys Origin hatte ich wieder meine Freude, obwohl es durch sein uninspiriertes Dungeon-Design etwas gegenüber Oath in Felghana zurück gehalten wird.

7 von 10 Punkten

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