Kirby und das magische Garn

  • Plattform: Wii
  • Release: 14.20.10 (J), 17.10.2010 (US), 25.02.2011 (EU)

Wann immer eine neue Nintendo-Konsole erscheint, ist sofort die Nachfrage groß, wann denn dann endlich mal Mario und Link darauf Einzug halten. Andere langlebige Franchises werden immer begrüßt, wenn sie denn kommen, aber scheinen den Spielern nicht sofort auf dem „Want!“-Radar zu erscheinen. Dazu gehört auch der kleine Pummel Kirby, der gerade in den letzten Jahren wieder häufiger Nintendos Plattformen unsicher macht.

In seinem Wii-Abenteuer Kirby und das magische Garn wird unser rosa Marshmallow, groß überraschen sollte es nicht, in Garn verwandelt und muss eine aus Flicken und Nähten bestehende Welt vor einem Bösewicht retten. Die neue Konsistenz seiner Form führt dazu, dass der adipöse Knuffel die Gegner nun nicht mehr saugen und blasen kann, sondern sie aufdröseln muss, dafür aber auch seine eigenen Rundungen wesentlich flexibler gestalten darf.

Neben eine Verwandlung in ein Auto beim Rennen, Fallschirm beim Gleiten, Abrissbirne beim hin und her Schwingen, oder Baustellenfahrzeug beim Öffnen von Nähten, nutzt das Spiele die neue Fähigkeit zur Metamorphose dann auch ganz regelmäßig, um die einzelnen Level etwas aufzulockern, in dem Kirby kleine Minispiel-Abschnitte absolvieren muss. Dafür wird aus ihm schon mal ein surfender Pinguin; eine Lock, deren Gleise schnell selbst gezeichnet werden müssen; ein Ufo, welches Blöcke einsaugen kann oder sogar eine richtige kleine Schmup-Einlage. Für Abwechslung ist in Kirby und das magische Garn definitiv immer gesorgt und da das Ende wohl eher im einstündigen Spielbereich liegt, kann die Schoße ja gar nicht repetitiv werden.

Denn einfach ist die Angelegenheit schon ziemlich, was man von Kirby nun allerdings wohl auch nicht anders gewohnt ist. In modernen Platformern hat der Tod sowieso eine sehr untergeordnete Rolle, da die Entwickler mittlerweile wissen, dass wir eigentlich streng genommen nie Spaß daran hatten, weite schon bekannte Teile des Spieles immer wieder spielen zu müssen, weil uns die 1ups/Continues ausgegangen sind, nur um die Spielzeit künstlich zu verlängern. Selbst extra auf hart getrimmte Sachen wie VVVVVV oder Super Meat Boy schaffen die Leben ab und stecken reichlich Rücksetzpunkte, eben damit man beim Missraten eines Sprunges sofort wieder an der kniffligen Stelle einsteigen kann, nicht große schon bestandene Strecken erneut durchgehen muss. Was haben die Leben bei einem New Super Mario Bros. denn überhaupt noch eine Aussage, wenn nach dem ersten Spieldrittel selbst nicht so gute Spieler ständig auf eine halbe Hundertschaft davon zurückgreifen können?

Und was macht ein sowieso nie für einen Schwierigkeitsgrad bekanntes Kirby in solchen Zeiten? Es schafft den Tod komplett ab. Nicht nur gibt es keine Leben, sondern auch das Ableben an sich setzt einen nicht am letzten Checkpoint ab, sondern lässt Kirby direkt von dort weitermachen, wo er dahingeschieden ist. Was er allerdings verliert, sind die angesammelten Punkte. So gesehen können schlechtere Spieler schön chillig durch das Spiel kommen, während etwas anspruchsvollere Naturen auf einen Highscore hinarbeiten. Dieser belohnt dann am Ende einer Welt damit, dass Bonuslevel freigeschaltet werden. Zumal es auch in jedem Level zwei Möbelstücke und die BGM zu ergattern gibt, die im Hauptquartier dazu genutzt werden können, Kirbys Haus und das seiner Nachbarn zu dekorieren, damit sie ihm Minispiele offerieren.

Absolut knuffig aussehen tut das ganze Spiel dabei natürlich schon, die Welten mögen die üblichen grünen Hügel, Lava, Wasser, Eis etc. Themen beinhalten, doch da alles aus Stoff und Nähgarn zusammen geflickt ist, gibt es dem doch eine eigene Identität. Kirby und seine verschiedenen Formen sind sowieso herzallerliebst anzusehen. Oben drauf noch ein knuffiger Soundtrack und eine die Handlung vorlesende Erzählerstimme, die der ganzen Sache eine Art Bilderbuch-Charme verleiht.

Fazit:
Jepp, Kirby und das magische Garn ist kurz und hoffnungslos einfach, ein Zyniker mag vielleicht sogar sagen, so was würde bei einer anderen Firma nicht als Vollpreisspiel auf Disc gepresst, sondern für den kleinen Geldbeutel als Download-Game angeboten. Jedoch muss man den Zyniker bei Spielen wie Kirby oder Rocket Slime auch einfach mal aussperren und seinen Spaß an dem knuffigen, kleinen Abenteuer haben können. Ein supersüßes und chilliges Spiel für Zwischendurch hat nämlich auch seine Daseinsberechtigung.

8 von 10 Punkten

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