Dragon Quest Monsters 2: Cobi’s Journey

  • Plattform: GameBoy Color
  • Release: 09.03.01 (J), 15.09.01 (US)

Während wir in Europa nach dem ersten Teil des Monsters-Spinoffs, und unserem ersten Dragon Quest überhaupt, bis Joker, dem vierten Teil der Subserie, warten mussten, um das nächste in den Händen zu halten, folgte in Japan und Nordamerika noch auf dem gleichen Handheld ein Nachfolger. Beziehungsweise zwei, nahm man sich doch ein Beispiel an den Pokemon-Editionen und brachte mit Cobi’s Journey und Tara’s Adventure zwei nur leicht unterschiedliche Versionen des gleichen Spieles auf den Markt.

Die beiden Geschwister ziehen mit ihren Eltern nach GreatLog, einem Inselkönigreich erbaut auf und um eine riesige Palme, wo sie eine Monsterfarm eröffnen. Als Spieler übernimmt man wahlweise nach Edition die Kontrolle über eines der Geschwister, während der oder die andere zu Hause hockt und nutzlos sein darf. GreatLog ist nicht gerade die sicherste Insel, auf der man leben kann, verhindert doch nur ein schnöder Korken, dass das ganze Ding absäuft und irgendwie bewacht oder besonders gesichert ist der auch nicht. Natürlich verschwindet er und die Insel beginnt unterzugehen, also muss wie im Erstling in Subwelten gesprungen werden, um nach dem Stöpsel zu suchen.

Die Struktur des Spieles ist also schon Mal ähnlich, wie sein Vorgänger: Aus der kleinen Hubworld nach der Vorbereitung in eine Subwelt springen, dort nach dem Rechten sehen, nach Beendigung wieder nach GreatLog und in die nächste gesprungen. Monster werden mit dem Hinwerfen von Fleisch dazu überredet, mitzukommen und die Zucht ist äußerst wichtig, um auch gegen spätere Gegner noch bestehen zu können. Gewohnt werden zwei Monster unterschiedlichen Geschlechts gepaart sobald sie mindestens Level 10 haben, verschwinden dann, dafür ist das neue Baby-Monster auf Level 1 dazu in der Lage wesentlich stärker zu werden und neben den eigenen auch die Fähigkeiten der Elternteile zu erlernen, aber nur je 8 geichzeitig. Arenakämpfe gibt es auch, sind sogar fürs Triggern neuer Storyabschnitte nötig, spielen jedoch eigentlich eine eher untergeordnete Rolle.

Allerdings bietet Dragon Quest Monsters 2 jede Menge Verbesserungen im Detail, die mich echt angesprochen haben. So ist es nun in Kämpfen jederzeit möglich, Monstern auch ganz spezifische Befehle zu erteilen, statt eine generelle Richtung vorzugeben. Bei der Zucht wird nicht mehr automatisch gespeichert, wenn also Müll raus kommt, kann ich das mit einem schnellen Laden wieder rückgängig machen. Zudem kann das Geschlecht des Kindes, bevor es ausgebrütet wird, bestimmt und noch geändert werden, was die Zucht enorm erleichtert. Und die Welten an sich sind nicht mehr der zufallsgenerierte Müll, der überall gleich aussieht und in dem es nichts zu tun gibt, außer den Weg zum Boss zu finden. Stattdessen sind es eben richtige kleine, fest definierte Miniwelten, mit einer Oberwelt, Städten, Dungeons und Quests, die zu erledigen sind. Es spielt sich eben tatsächlich nun wie ein ganz „normales“ Dragon Quest, nur halt mit Monsterteams.

Klar, die Fangwahrscheinlichkeit beim Fleisch werfen sehe ich immer noch nicht, auch nicht das Geschlecht des Monsters, bevor es gefangen ist oder mehr als den Namen des Ergebnisses bei der Zucht, doch hat mich schon alleine die Anzahl der netten Verbesserungen enorm überraschen können, da ich davon ausging, Enix würde hier im Gameplay tatsächlich nur Copypasta vom Erstling betreiben. Beliebt genug ist der erste Teil trotz seiner enormen Schwächen ja gewesen. Stattdessen hat man sich wirklich Gedanken gemacht, was verbessert werden kann und dies dann auch getan.

Das Spiel ist übrigens angenehm kurz und somit ein netter Zeitvertreib für Zwischendurch, bevor das ganze Fangen und neu Züchten langweilig werden kann. Wer hauptsächlich nur der Storyline folgt und auch ein gutes Zuchthändchen hat, kann locker in 15 Stunden das Ende sehen. Wer mehr Spielzeit rausholen will, kann natürlich nach Belieben ein Superteam züchten, Post-Game-Content erledigen und mit den randomisierten Magic Keys, die es zu finden gibt, in optionale Subwelten gehen.

Die Grafik ist grundsätzlich nicht wesentlich anders, als im Vorgänger und dem Remake von Dragon Quest I&II auf dem GBC, sprich es ist nicht an der Obergrenze, die der Handheld leisten kann, sondern hält sich kompatibel zum monochromen Vormodell. Ein paar nette Details gab es im Weltendesign dennoch hier und dort. Musikalisch hudelt das Gerät gewohnt vor sich hin, nervt allerdings nie wirklich.

Fazit:
Ich bin nicht der größte Fan von Dragon Quest Monsters gewesen, auch nicht vom ersten Joker. Die Begeisterung ob des Erstlings entzieht sich mir komplett und die Subserie ist vielleicht einfach nicht ganz meins. Wären da die jeweils zweiten Teile nicht, die mir mit ihrem schnelleren, geradlinigeren Gameplay wesentlich besser gefielen. An Dragon Quest Monsters 2 hatte ich nämlich meinen Spaß und finde ihn, dank kleiner Verbesserungen schon, dem Vorgänger um Meilen überlegen.

7 von 10 Punkten

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