Assassin’s Creed: Brotherhood

  • Plattform: PC
  • Release: 18.03.11 (EU), 22.03.11 (US), 03.06.11 (J)

Schon kurz nach Assassin’s Creed II kam dann also Assassin’s Creed: Brotherhood in die Läden. Was zunächst noch als ein Spinoff, in dem es um Online-Multiplayer geht, aufgenommen wurde, stellte sich ziemlich schnell mit einem vollwertigen Singleplayer Mode als nächstes Kapitel in der Geschichte von Ezio Auditore da Firenze heraus.

Zu blöd, dass dessen Geschichte im Großen und Ganzen schon im Vorgänger durcherzählt war. Das merkt man in Brotherhood auch tatsächlich sehr schnell, scheint die Handlung doch nur eine schnelle Ausrede zu sein, um ihn wieder zum Meucheln zu bringen. Nachdem Ezio gegen Ende des vorigen Spieles einen Hirnschlag hatte und spontan feststellte, er ist total über das Morden hinweg weil das ist schlecht und all dies, nachdem er sogar den Oberfutzi, der für alles, was dort schief ging, verantwortlich ist, hat davonkommen lassen, obwohl er sich gerade durch ein gutes Dutzend Wachen geschnetzelt hatte, um ihn zu erreichen, kommt er also wieder nach Hause. Welches prompt von den Borgia überfallen wird, die seinen Onkel umbringen. Und schon ist Ezio wieder A-Ok mit der ganzen Mordsache und meuchelt sich durch mehr oder weniger unschuldige Römer, um die Borgias zu stürzen.

Viel komplizierter wird die aufgesetzte und nicht sonderlich interessante Handlung um Ezio in diesem Teil auch nicht. Es ist klar, dass seine Geschichte eigentlich schon erzählt war und jetzt wird nur noch eines oben drauf gesetzt, um ihn für einen weiteren Teil zu haben, statt einen neuen Vorfahren erfinden zu müssen. Und die Haupthandlung um Desmond im Hier und Jetzt? Zumindest gibt es in seinen Parts nun ein wenig Platforming, also tatsächlich etwas zu Spielen, statt nur mit Leuten zu reden, die nichts zu sagen haben. Doch wie üblich führt seine Handlung nirgendwohin und endet auf einem Cliffhanger, der den Anschein erweckt, im nächsten Teil geht die Post dann so richtig ab. Würde ich aber nicht drauf wetten.

Unnütze Handlung beiseitegelassen: Wie spielt sich der neue Eintrag denn so? Weitestgehend wie der Vorgänger. Es wird durch Rom parkourt und mehr oder weniger geheim das eine oder andere Assassinenziel um die Ecke gebracht. Mit Wurfmesser, versteckter Klinge, Gift, Knarre oder dem Schwert. Neu ist lediglich, dass nach dem Erstechen eines Gegners nun gleich per Kombo auf den nächsten gegangen werden kann, was die Kämpfe erneut beschleunigt gegenüber dem „Warte 10 Sekunden, bis einer der zehn Wachen, die um einen rumtanzen, angreift, um sie mit einem Konter zu erstechen“ des Erstlings. Auch neu ist die Titelgebende Bruderschaft. Zivilisten können auf den Straßen rekrutiert werden, nachdem ihnen gegen die unfaire Behandlung durch Soldaten geholfen wird. Per Befehl kann man jene dann auf diverse Ziele ansetzen, damit sie aus dem Weg geräumt werden, ohne dass die eigenen Hände besudelt sind. Genau genommen fand ich das zunächst zwar recht überflüssig, dann aber doch sehr unterhaltsam, Wachen etc., die mir im Weg waren, schnell auszuschalten, in dem ich aus einem sicheren Versteckt heraus einen meiner Untergebenen auf sie gehetzt habe. Auch Rom gegen Bares wieder aufzubauen, um Zugriff auf mehr Läden, Abkürzungen oder Pferdeställe zu bekommen, ist ein überraschend fesselnder Zeitvertreib und führt dazu, dass diesmal tatsächlich was existiert, in das man all die Massen an Geld, die sich über den Spielverlauf ansammeln, versenken kann.

Jedoch war mein großes Problem spielerisch diesmal die Stadt Rom selbst, die übrigens auch der einzige Schauplatz des Spieles bleibt. Zum einen ist die ruinöse Stadt nicht so hübsch anzusehen wie ein Florenz oder Venedig, zum anderen führen die sieben Hügel, auf derer die Stadt bekanntermaßen errichtet ist, auch dazu, dass sie zu durchlaufen erstaunlich häufig nervt. Es muss von Punkt A nach B einfach zu häufig ein Umweg genommen werden, weil Ezio zwar steile Häuserwände erklimmen kann, aber um unebene Felswände der Hügel herumlaufen muss. Allgemein hatte ich in diesem Spiel häufiger das Problem, dass Oberflächen, die erklimmbar erschienen, dies nicht waren und das Spiel lieber wollte, dass ich wo hoch kraksel, was eher wie ein unüberwindbares Hindernis aussah. Sicher, auch in den Vorgängern war ich immer mal wieder genervt, weil Ezio wo nicht hoch wollte, falsch absprang, oder ein Konter nicht saß, in Brotherhood schienen diese Begebenheiten allerdings viel häufiger der Fall zu sein. Da hilft es nicht, dass das Finale eine Jagd durch besagt schlecht parkourisierbares Rom ist, alle Wachen direkt auf Ezio anspringen und einem auch noch die normalen Waffen genommen werden gegen eine neue, die nichts wert ist.

Inszenatorisch ist natürlich erneut alles gut bestellt in der Welt von Assassin’s Creed. Überzeugende Städtelandschaften (wenn auch wie erwähnt Rom an sich nicht so ansehnlich ist, wie die Städte im Vorgänger) mit bekannten Landmarken, flüssig animiertes Parkouren, professionelle Sprachausgabe und ein Filmreifer Score.

Fazit:
Ich bin mit Assassin’s Creed: Brotherhood einfach nicht wirklich warm geworden. Die Handlung ist sowieso nichts wert, aber auch das normalerweise launige Gameplay hat mich hier wesentlich häufiger mit Nervfaktoren konfrontiert, als dies vorher der Fall war.

5 von 10 Punkten

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