Solatorobo: Red the Hunter

  • Plattform: Nintendo DS
  • Release: 28.10.10 (J), 01.07.11 (EU), 27.09.11 (US)

Fünfzehen Jahre nach ihrem ersten Spiel, Tail Concerto, nahm sich Cyberconnect 2 mal eine Auszeit von .hack// und schier endlosen Narutos, und gab dem Spiel mit Solatorobo: Red the Hunter ein Quasi-Sequel auf dem DS. Nach Erscheinen in Europa und wenige Monate später den USA, wurde das Ding zusammen mit Okamiden als eine der letzten großen Perlen für den abgelösten Handheld betitelt.

Red ist ein Hunter. Überraschend, nicht wahr? Doch was bedeutet es überhaupt, ein Hunter zu sein? In der aus fliegenden Inseln bestehenden Welt, bevölkert von anthropomorphen Hunden und Katzen, nimmt Red mit seiner Schwester Chocolat diverse Aufträge an, die in der Gilde ausgehängt werden. Dabei ist alles valide, was Geld bringt, ob nun jemandes Lagerhaus aufzuräumen, gegen jemand anderen ein Wettfliegen zu veranstalten oder Luftpiraten überfallen, um aus deren Schiffen Artefakte zu entwenden. Als Red allerdings genau dies tut, greifen ihn plötzlich seltsame fliegende Objekte an und stolpert er über Elh, der besagtes Artefakt mysteriös beäugt.

Die Sache mit Solatorobos Handlung ist die, dass sie einfach nicht sonderlich interessant ist. Es ist absolut Standardware voller Klischees, brauch trotz gerade mal 8 Stunden ewig, um ins Rollen zu kommen, nur um dann Schlag auf Schlag beendet zu werden, und selbst darauf ein weiteres, genauso langes, zweites Quest zu präsentieren, macht das Spiel nicht viel spannender. Die Charaktere konnten dem für mich nicht viel Abhilfe verschaffen, fand ich sie doch nicht annähernd so charmant und witzig, wie ihre Vorgänger in Tail Concerto.

Dafür spielt es sich wesentlich besser, als die PSX-Krücke. Das Team ging weg vom Action-Platformer und hin zum Action-RPG. Sprungpassagen, die immer noch etwas schwer sich steuern lassen, wenn auch nun wesentlich annehmbarer, gibt es zwar immer noch, jedoch ist ihr Vorkommen stark reduziert. Dafür wird mehr gekämpft, was hier sogar Erfahrungspunkte offeriert. Auch wenn ein Großteil des Aufbesserns von Reds Mecha nicht über jene kommt, sondern über gekaufte Module, die ins Schachbrett-Grid des Dings eingefügt werden müssen. Leider sind Design der Einsatzorte sowie die Kämpfe an sich, erneut etwas auf der langweiligen Seite. Die meisten Dungeons bestehen aus wenigen, geradlinigen Räumen, bieten nicht allzu viel Abwechslung darin, wie sie durchschritten werden müssen. Im Kampf gibt es wenige Optionen: Gegner greifen und werfen, Gegner greifen und in anderen Gegner werfen, Gegnerprojektil greifen und zurück werfen. Dies ist im Prinzip alles, was man das ganze Spiel über tun wird, selbst bei den Bosskämpfen. Sonderlich gut darin muss der Spieler auch nicht mal sein, ist Solatorobo doch einfach bis zum Rand der Beleidigung. Und unglaublich handholdy, ist es beispielsweise nicht genug, dass die Gebiete nur aus maximal fünf kleinen Räumen bestehen und die Übersichtskarte auch das Ziel noch blinken lässt, nein in verbosen Gesprächen wird man zusätzlich noch gut fünf Mal dran erinnert, was zu tun und wo hinzugehen ist. Tutorials werden einem sowieso für alles eingeblendet, egal wie selbsterklärend das ist.

Hübsch aussehen tut Solatorobo immerhin schon. Die Welt ist mit viel Liebe zum Detail durchdesignt und die Charaktere sind alle niedlich anzusehen. Wenn gezoomt wird, pixelt das zwar schon mal auf und in Kämpfen sind Slowdowns auch nicht immer selten, doch wirklich viel nehmen tut dies dem Spiel nicht. Aufs Ohr gibt’s auch nichts, was wirklich stören wird, es sei denn man reagiert extrem allergisch auf die französische Sprache, geben Charaktere doch, auch wenn es keine Sprachausgabe in dem Sinne gibt, mal hier und dort ein Wort in jener von sich, um die Grundstimmung der Konversation zu legen. Klingt aber die Hälfte der Zeit eh mehr wie verschnupftes Japanisch.

Fazit:
Ich finde es eigentlich selbst etwas schade, dass ich mit Solatorobo: Red the Hunter nicht mehr anfangen, nicht auf den Hypezug aufspringen kann. Das hier ist eindeutig das Traumprojekt von jemandem, der wahrscheinlich schon ewig einen Nachfolger zu Tail Concerto machen wollte. Doch ich find das Endergebnis einfach furchtbar langweilig zu spielen.

5 von 10 Punkten

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