Legend of the River King

  • Plattform: GameBoy
  • Release: 19.09.97 (J), 08.98 (US), 1999 (EU)

Natsume mag hauptsächlich durch ihre Farmsimulation Harvest Moon bekannt sein, doch haben sie da auch noch eine weitere langjährige Serie mit etwas eigenem Konzept am Laufen: River King. Bereits auf dem NES gestartet hatten wir im Westen den ersten Kontakt mit Legend of the River King für den GameBoy, eigentlich bereits der dritte Teil. Neuerdings ist eben jener durch den e-Shop des 3DS wieder einfach erreichbar.

Die Handlung ist schnell erzählt. Wir sind ein kleiner Junge, unsere noch kleinere Schwester hat eine nicht genauer definierte Krankheit, die sich nur heilen lässt, wenn wir den Guardian, den König der Flussfische, fangen. Also ziehen wir aus, um in den Nachbardörfern gegen Aushilfe unsererseits von den Einwohnern Tipps zu sammeln, wo jener beheimatet ist und wie wir ihn fangen können.

So weit, so RPG-esque. Das Spiel hat durchaus sogar weitere Elemente des Genres, wird der Spieler doch in der Wildnis immer mal wieder von Tieren angesprungen, die ihm schaden wollen. Die RPG-Kämpfe sind sogar etwas Reflex-orientiert, so muss der Angriff dann stattfinden, wenn der über den Bildschirm springende Cursor über dem Sprite des Gegners ist, sonst wird daneben geschlagen. Was uns die Kämpfe bringen? Nicht viel, es gibt keine monetäre Belohnung, das Level hat keinen Einfluss aufs Angeln, sondern hilft nur beim nächsten Gegner. Außerdem gibt es keine Ausrüstung, die sie erleichtern, und so sporadisch, wie sie stattfinden, hätte man sie auch gleich rauslassen können. Das wäre tatsächlich die bessere Idee gewesen, wirken die Kämpfe insgesamt unglaublich aufgesetzt und sind eher nervig, denn spannend. Besonders, wenn die Tiere anfangen, die gefangenen Fische zu stehlen.

Denn eigentlich ist Legend of the River King natürlich ein Angelspiel. Hier gibt es dann auch endlich Ausrüstung in Form verschiedener Angeln, Haken, Fliegen und Ködern. Nur verkaufte Fische bringen das Geld ein, das benötigt wird, um zu Übernachten und bessere Ausrüstung fürs Fangen besserer Fische zu kaufen. In den vier Gebieten sind tatsächlich bis zu fünfzig verschiedene Fischarten fangbar. Alle haben dabei diverse Vorlieben, bei welcher Angel+Haken+Köder Kombination sie denn anbeißen und welche sie ignorieren. Hat einer angebissen, schaltet das Spiel auf eine Seitenansicht, in der das übliche Tauziehen mit dem Fisch beginnt. Leine geben, bis er ausgelaugt ist, dann einholen, und das so lange, bis man ihn aus dem Wasser gezogen hat. Ist der Rhythmus erst mal drin, ist das rausholen der Fische ziemlich trivial, wird nie wirklich schwerer, nicht mal für den Guardian.

Leider ist das Angeln stinkend langweilig. Manchmal beißen Fische sofort an, aber häufig schwimmen sie auch mal zehn bis fünfzehn Minuten um den Köder, bis sie sich dazu herablassen, reinzubeißen. Währenddessen fragt man sich als Spieler natürlich ständig, ob das nun überhaupt die richtige Kombination zum Fangen ist, oder ob sie momentan halt einfach einen auf satt machen. Zudem kann von jedem Haken und Köder nur 9 Stück mitgenommen werden und bei jedem Versuch, selbst misslungenen, braucht sich einer davon auf. Fliegen immerhin nur dann, wenn der Fisch auch wirklich anbeißt und davon kommt. Dennoch war ich ziemlich schnell irgendwo zwischen gelangweilt und frustriert, wenn die Fische partout ewig gebraucht haben, um anzubeißen und es dann eventuell auch noch die falsche Sorte war.

Natürlich macht das Spiel nicht so viel her, die Fische sehen in der Seitenansicht allerdings ganz nett aus, genau wie die Gegner in den Kämpfen.

Fazit:
Legend of the River King ist durchaus ein interessantes Konzept, welches RPG und Angelspiel mischt. Wie so häufig bei solchen Genre-Mixen ist das Ergebnis allerdings weniger pralle, wäre es doch ohne die RPG-Elemente besser dran. Allerdings dennoch immer noch ziemlich langweilig.

3 von 10 Punkten

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