Final Fantasy III

  • Plattform: Nintendo DS
  • Release: 24.08.06 (J), 14.11.06 (US), 04.05.07 (EU)

Das dritte Final Fantasy war lange der verlorene Teil der Serie, wurde er bei Remakes doch gern übergangen, ein geplantes für den WonderSwan Color sogar auf Eis gelegt. Sechzehn Jahre nach dem im Westen nie herausgekommenen Original war es erst soweit, Matrix Software ließ uns auf dem DS komplett in hübschem 3D eine Final-Fantasy-Ära nachvollziehen, als die Reihe noch eine Obsession mit Tänzerinnen oder Klavier-Jam-Sessions hatte, und einem alle halbe Stunde ein besseres Flugschiff aufdrückte.

Die Handlung von Final Fantasy III erinnert sich dabei, wie andere Dinge auch, an den Erstling der Serie zurück, und dreht sich erneut um Weltsichernde Kristalle, deren Balance außer Ruder gerät. Genau genommen lässt sich das Setup schnell summieren: Vier Waisenkinder, die nicht wissen wo sie herkamen, stolpern über einen Kristall und haben einen Massenhalluzination davon, jener würde sie ansprechen und losschicken, das Gleichgewicht der Welt zu retten. Also ziehen sie sich neue Klamotten an und beginnen die Reise.

Wie bei vielen 8bt-RPGs ist die Handlung im dritten Final Fantasy also weder besonders innovativ, noch tiefgreifend. Und auch dafür gibt es einen Platz. Manchmal ist es einfach erfrischend, ein besonders geradliniges No-Nonsens RPG zu spielen, das eine rudimentäre Story erzählt und nicht übermäßig viele Worte über sie verliert. Ich bin nicht immer in der Stimmung, ewig von einer Textbox nach der anderen angesprungen zu werden, und wer in ein so altes Spiel wie Final Fantasy III springt, und mehr wollte, der sollte seine Erwartungshaltung schnell revidieren. Was nicht bedeutet, dass es nicht ein paar echt niedliche Momente in der ersten Hälfte des Spieles gibt, und die zweite nicht überraschend ernst und düster ist. Es ist ja nicht so, dass FF3 gar keine Handlung hätte, sie ist nur einfach und auf den Punkt.

Was ebenfalls, neben hundert anderen Kleinigkeiten, aus dem ersten Final Fantasy zurückkehrt, sind die Jobs. Nur diesmal ist das System nicht so starr und auf lediglich 6 Archetypen beschränkt, die unumstößlich sind, sobald sie gewählt wurden. In Final Fantasy III verleihen die vier Kristalle je eine Hand voll Jobs, bis sich über 20 angesammelt haben. Die vier Krieger des Lichtes können also, ganz im Gegensatz zum echten Leben, werden was sie wollen und wann sie das wollen. Dem Experimentieren sind also sozusagen keine Grenzen gesetzt. Es fehlt an Heilungskraft? Einen White Mage ins Team stecken, oder vielleicht einen Red Mage als Zweitheiler, der auch für andere Rollen gut ist. Die Fäuste und Schwerter prallen an den Panzern der Gegner ab? Ein Black Mage und Summoner hergeholt.

Genau genommen spielt Final Fantasy III hier und dort damit, dass jederzeit die Berufe gewechselt werden können. So gibt es mehrere Mini-Dungeons, in denen Zutritt wirklich nur über diesen Status gewährt wird. Nur sind Däumelinge keine guten physischen Kämpfer und sollten vorher besser alle in Magier gewechselt werden, um den Gegnern etwas entgegen zu setzen zu haben. Es gibt Situationen, in denen hingegen physische Angriffe besser reinhauen. Ein ganzes Dungeon, deren Monster sich mit jedem Schlag multiplizieren, es sei denn, sie werden von Magien oder einem Dark Knight angegriffen. Zwei Puzzle-Bosse, einer dessen ständig wechselnde Elementaffinität per Scholar herausgefunden werden muss, während ein andere einen solchen Damage Output hat, dass die einzige Überlebenschance ist, mit Dragoons einfach aus dem Weg zu springen.

Das ist eine nette Idee, hat allerdings leider zwei Fallstricke. Zum einen wäre da, dass Square anscheinend doch nicht wollte, dass man die Jobs am laufenden Bande wechselt, und somit direkt nach einem solchen Tausch für mehrere Kämpfe ein Debuff herrscht. Der ist nicht dramatisch, aber doch eine seltsame Entscheidung für ein Spiel, bei dem sich das Gameplay durch ein solch flexibles Jobsystem definiert. Zum anderen wäre da der Schwierigkeitsgrad. Wie viele so alte Spiele, ist häufig schwer zu sagen, wie die Kampfreihenfolge sein wird. Darf mein Heiler vor dem Boss, oder nicht? Das ist ein Problem, wenn die Bosse doch viel Schaden machen können und wie hier fast alle doppelt pro Runde angreifen. In der einen vor, in der anderen nach dem Boss mit dem Heilen drankommen, also vier Angriffe nacheinander einstecken? Gefährlich. Besonders unglücklich ist dies bei besagten zwei Puzzle-Kämpfen. Es ist ungünstig, wenn der Boss fast jede Runde die Elementschwäche ändert, und das teilweise, bevor meine Leute drankommen, die noch darauf programmiert sind, die der vorigen Runde zu werfen. Einen Boss, der die Gruppe mit zwei gezielten Lightning-Attacken niedermäht clever mit dem Dragoon-Jump zu umgehen, funktioniert auch nur, wenn jene eben genau dann am Springen sind, wenn der Boss jene Attacke macht.

Final Fantasy III DS ist definitiv nicht das schwerste RPG, das man spielen kann. Es ist auch gegenüber dem Original definitiv vereinfacht. Jedoch ist es wahrscheinlich, besonders was die Remakes angeht, immer noch der schwerste Teil der Serie. Gerade wer vorher die Idiotensicheren Handheld-Remakes der beiden Vorgänger gespielt hat und nun zu III wechselt, wird mit schweren Gegnern, fiesen Bossen, hoher Zufallsgegnerrate und einem Zermürbungskrieg von langem, Speicherpunkt-losem Finaldungeon, in sehr frostiges Wasser geworfen. Da sollte man sich nichts vormachen: Final Fantasy III ist hart.

Die Sache ist nur die: Ja ich habe hier und dort geflucht, ja einen Tacken leichter hätten gewisse Stellen sein können, aber meiner Meinung nach nicht viel. 8bit-RPGs haben häufig nicht viel zu bieten, abseits davon die jeweilige Serie in ihren Kinderschuhen zu sehen, und vielleicht das eine oder andere nette Gimmick zu entdecken, bevor es ausgereift war. Was es zu einer Befriedigung macht, sie zu besiegen, ist nicht, weil man eine geniale Handlung beendet bekommt oder ähnliches, sondern wirklich, weil man sie besiegt hat. Das Spiel schmeißt dem Spieler schwere Opposition entgegen und der Spieler überwindet jene. Jeglichen Schwierigkeitsgrad aus Final Fantasy III gezogen und es würde enden, wie die aktuellsten Remakes vom ersten Teil: Leer und Ereignislos. Nur mit einem ganz niedlichen, frühen Jobsystem oben drauf.

Apropos niedlich: Final Fantasy III ist absolut herzallerliebt anzusehen. Spätere Spiele der Reihe auf dem Handheld werden zwar noch besser aussehen, aber Matrix geben hier bereits viel. Das 3D ist toll anzusehen, die Charaktere sind knuffig, und die Berufskleidung sieht an jedem etwas anders aus. Lediglich wenn viel im Kampf los ist (wobei Gegnergruppen schon auf maximal 3 Exemplare reduziert sind), geht das Geschehen in die Knie, und beim Ranzoomen zum Finden versteckter Gegenstände pixelt das Bild auf. Was die Musik angeht, hat Uematsu hier einen seiner besten Serien-Scores abgelegt, gerade Dinge wie das mysteriöse, zweite Oberweltthema, oder praktisch alles, was man im Endgame zu hören bekommt.

Fazit:
Ich habe Final Fantasy III beim erneuten Spielen doch etwas mehr zu schätzen gelernt. Es hat eine schnörkellose, geradlinige Handlung ohne zu viel Trara und Text, und ein sehr forderndes, aber selten als unfair ansehbares, Gameplay zu bieten. Final Fantasy V wird all dies, gerade das Jobsystem, noch etwas besser machen, aber Final Fantasy III ist, wenn man sich in einem oldschool Mood befindet, auch mal wieder ganz nett.

7 von 10 Punkten

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