Harvest Moon: Tree of Tranquility

  • Plattform: Wii
  • Release: 07.06.07 (J), 30.09.08 (US), 09.10.09 (EU)

Manchmal fragt man sich schon, wie es Serien a la Harvest Moon oder Animal Crossing schaffen, so beliebt zu sein, klingt das Konzept an sich doch absolut sterbenslangweilig. Das ist vielleicht auch ein Grund dafür, warum sich die verschiedenen Einträge in der Franchise so wenig unterscheiden, um dieses magische Etwas, welches das Konstrukt am Laufen hält, nicht zu zerstören. Mal ganz davon abgesehen, dass das Konzept eh keine großen Änderungssprünge zulässt, versteht sich. Farmarbeit ist Farmarbeit, mix was anderes mit rein und du hast schon gleich kein Harvest Moon mehr, sondern ein Rune Factory.

Harvest Moon: Tree of Tranquility spielt in einer Bizarro-Welt von Animal Parade, so sind die NPCs doch gleich, allerdings der Aufbau der Insel komplett anders. Diesmal müssen nicht die Glocken der Göttin geläutet, sondern von den Wichteln Baumkuchen gebacken werden, in die so leckere Zutaten wie Edelsteine und Wolle verarbeitet sind, weil das die Regenbögen logischerweise wieder auftauchen lässt, und sobald genug Dorfbewohner befreundet werden, dadurch der Göttinnenbaum logischerweise neu sprießt.

Wie im modernen Harvest Moon üblich geht es in Tranquility also nicht auf Zeit, sondern darum, die magere Handlung zu erfüllen, um die Credits rollen zu sehen. Im Großen und Ganzen forciert das Spiel einen nur dahin, alles im Spiel mal auszuprobieren, um die mannigfaltigen Zutaten zu bekommen. Manche gibt es nur durch Feldarbeit, Tierzucht, Mienenarbeit, Sammeln in der Natur, Befreunden von Dorfbewohnern, oder Angeln am Strand. Das einzige Problem, was sich hier stellen kann ist, dass viele Wichtel erst zu gewissen Zeiten im Spiel erreichbar sind und erst bei ihnen in Erfahrung gebracht wird, welche Zutaten sie benötigen. Nicht so schön, vom Sommerwichtel erzählt zu bekommen, er brauche eine Erdbeere, die man erst wieder im Frühjahr des nächsten Jahres wird anbauen können. Wer zu jenen Leuten gehört, die die Harvest Moons für dutzende von Jahren spielen können, ohne gelangweilt zu werden, ist vom Haken, wer aber wie ich nach ein paar ingame Jahren langsam doch ob der Monotonie die Lust verliert, schaut vielleicht lieber in einen FAQ, um nicht plötzlich ein Dreivierteljahr tote Luft zu haben, nur weil eine Zutat momentan nicht erreichbar ist, nur damit ihr das beim nächsten Wichtel prompt erneut passiert.

Den Vorgängern Tree of Tranquility nach dem Nachfolger Animal Parade zu spielen, tut ihm zudem keinen Gefallen. Die Sache ist nämlich die, dass es einige nette Dinge im Spiel zu tun gibt, wie beispielsweise Wildtiere zu Haustieren domestizieren, das eigene Outfit ändern zu können, sowie das Eigenheim zu möblieren. Es ist allerdings so, all diese Dinge gibt es in Animal Parade erneut und zwar wesentlich besser ausgebaut. Hier dauert es einfach viel zu lang, bis ein Tier einen mag, und die harte Begrenzung, wie viel Mobiliar im Haus stehen darf, ist auch gerade beim maximal ausgebauten etwas strickt, sowie die meisten Outfits nur Color Swaps. Dafür muss am Anfang einer von drei Standorten für die Farm ausgewählt werden, die verschieden große Ackerflächen aber auch verschiedene Nähe zu Knotenpunkten aufweisen, was ein wenig Vielfalt hineinbringt – wobei reiche Spieler, und reich zu werden ist in Harvest Moon nie ein Problem gewesen, sich später sowieso alle kaufen können. Für diejenigen, die den Nerv besitzen, so viel Tier- und Feldarbeit an einem Tag erledigen zu können.

Vom Design her ist das Spiel ganz niedlich, jedoch natürlich aussehend, als wäre es locker auch auf der vorigen Generation möglich. Die übertriebenen Emotions-Animationen sind allerdings recht herzig, auf die schrecklich vertonten Voice Samples hingegen könnte ich verzichten. Die Fahrstuhlmusik hudelt gewohnt unspektakulär im Hintergrund vor sich hin und die saublöden Motion Controls sind dankenswert optional.

Fazit:
Tree of Tranquility ist sicher ein ganz nettes und niedliches Harvest Moon fürs relaxte Spielen zwischendurch, wie das fast alle Einträge der Reihe sind – wer jedoch nicht alle Einträge der Serie besitzen muss, kann diesen Teil getrost für Animal Parade überspringen, welches fast das gleiche Spiel, nur mit mehr Inhalt ist.

7 von 10 Punkten

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