River King: Mystic Valley

  • Plattform: Nintendo DS
  • Release: 28.06.07 (J), 29.04.08 (US), 16.10.09 (EU)

River King: Mystic Valley, oder auch Harvest Fishing wie es hier in Europa genannt wurde, ist bereits der vierte Teil der unterm Radar schwimmenden Reihe, den wir hier im Westen bekamen, in Japan sogar der neunte Eintrag. Mal sehen was sich so alles in den 10 Jahr seit Legend of the River King auf dem GameBoy getan hat.

Tatsächlich eher wenig, wenn man es genau betrachtet. Auch hier übernehmen wir die Rolle eines Angelbegeisterten Jungens, dessen Schwester plötzlich von magischer Narkolepsie geschlagen ist, mit dem Hinweis nur der Verzehr des River Kings – der ironischerweise erneut in einem See statt Fluss zu finden ist – könne sie heilen. Wo der allerdings zu finden ist weiß mal wieder keiner, jedoch hat jeder einen Tipp parat, wo wir als nächstes nachfragen gehen können, aber erst nachdem wir ihnen ausgeholfen hat. Gegenseitiges Händewaschen und so. Da sich in dieser Welt grundsätzlich alles ums Angeln dreht, will natürlich jeder unsere Fähigkeit auf diesem Gebiet auf die Probe stellen.

Die Vorgehensweise durchs Spiel ist also wie üblich: Ins angrenzende Gebiet gehen, NPC aufsuchen, ihm seinen Fischauftrag erfüllen, der meist daraus besteht eine gewisse Anzahl oder Größe einer spezifischen Fischsorte herbeizubringen, und dann öffnet sich uns ein neues Gebiet, wo das Spiel von vorn losgeht, bis wir beim See des River Kings angekommen sind.

Die größte Änderung ist dabei, dass Mystic Valley den aufgesetzten RPG-Teil komplett über Bord wirft. Es gibt keine Level mehr, keine nervenden Kämpfe gegen Wildtiere. Hier wird geangelt und das war es. Dies grundsätzlich dann auch so wie im Vorgänger. Die Leine wird ausgeworfen, wobei man hier mittlerweile die Fischschatten schon vorher sieht, statt wie beim technisch limitierten GB-Teil erst anschließend. Nun darauf warten, bis ein Fisch anbeißt, und dann wird Tauziehen gespielt. Und dies leider Touchscreen only: Wilde Kreisbewegungen um die Leine einzuholen; um Leine zu geben wieder loslassen, wenn der Fisch zu stark gegenzieht; und wild die Ränder rubbeln, wenn er gen Bildschirmrand abzudriften droht, um ihn in die andere Richtung zu treiben. Da nun die Fische wesentlich weniger spezifische Köder verlangen, sowie der von Natur aus ungenauen Touch-Steuerung mehr Fehlerfreirum gelassen werden muss, ist Mystic Valley sogar noch einfacher und weniger strategisch, als dies der frühere Eintrag sowieso schon war. Mit den stärkeren Angeln lassen sich kleinere Fische sogar einfach so einholen, ohne je Leine geben zu müssen. Was durchaus kontraproduktiv ist, denn um den River King zu fangen verlangt das gleichnamige Spiel seinem Spieler plötzlich viel mehr Können und Finesse ab, als dies je auch nur annähernd vorher nötig war, was schon zu einigen Frustmomenten führt, wenn plötzlich all dies nachgelernt werden will was das Spiel vorher nicht abgefragt hat.

Als nette Dreingabe gibt es hier übrigens auch drei Helfergeister, die sich über den Spielverlauf anschließen, und die über das Füttern der richtigen Fische zu drei Tierchen aus japanischer Mythologie heranwachsen. Zur Belohnung kann anschließend je einer für seine helfende Fähigkeit mitgenommen werden. Kitsune heilt die sich beim Fischen leerende Staminaleiste, während Tanuki und Tengu den Weg zu besseren Standorten an den Fischgründen öffnen können.

Neben dem Fischen dürfen Sammler übrigens auch noch an diversen Harvest Spots Insekten fangen und Pflanzen pflücken, um die Kollektion zu vervollständigen. Ein NPC gibt einem sogar Sammelkarten dafür eine gewisse Anzahl der gleichen Spezies Pflanze, Insekt oder Fisch zu bringen. Für diejenigen, die hier mehr Spielzeit herauswringen wollen, als die zwei Nachmittage, die ein recht zügig-geradliniger Durchgang erneut nur abverlangt.

River King: Mystic Valley sieht wirklich sehr hübsch aus. Mit seiner farbenfrohen, niedlichen 2D-Optik für Welt und NPCs ist es durchaus gefällig, wobei die pixeligen Fische beim Angeln da schon weniger her machen. Überraschend ist vor allem auch, dass es im Spiel so gut wie keine Musik gibt, sondern nur Hintergrundgeräusche – eben ganz wie beim echten Fischen.

Fazit:
Ich glaube ich bringe für diese Spiele einfach nicht die nötige Geduld mit. Optisch finde ich es echt herzallerliebst, und wann immer ich recht zügig vorangekommen bin, fand ich Mystic Valley schon ganz Ok. Aber beim Fischen geht es eben nicht um Geschwindigkeit, sondern um Entspannung. Mir ist häufig einfach zu viel tote Luft vorhanden, bei dem einfach darauf gewartet werden muss, dass einer an den ausgeworfenen Haken springt. Und wenn es dann noch partout nicht die Sorte ist, die ich dem aktuellen NPC fangen soll, obwohl ich zur richtigen Zeit mit dem richtigen Köder an der richtigen Stelle angle – da stellt sich bei mir einfach zu schnell Frust ein, um das Spiel für das genießen zu können, was es ist.

5 von 10 Punkten

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