Assassin’s Creed: Revelations

  • Plattform: PC
  • Release: 29.11.11 (US), 02.12.11 (EU)

Assassin’s Creed ist genau solch eine Sache, über die sich Gamer immer gerne beschweren: Jährlich einen neuen Eintrag auf den Markt geworfen, aber an Inhalt absoluter Stillstand. Immerhin ließ man sich dazu hinreißen mit Revelations nun Ezio (und Altair, aber wen interessiert der schon) ein Ende zu bereiten, zwei Spiele, nachdem das passend gewesen wäre.

Die Stadt der Wahl ist diesmal Konstantinopel, denn Altair hat ganz fesche Alien-DVDs mit Erinnerungen hinterlassen, an die sowohl Templer wie Assassinengilde wollen, weil man damit die Welt beherrschen kann oder was das generische Endziel, bei dem wir eh nie ankommen werden, noch mal war. Derweil bewegt sich in Desmonds Gegenwarts-Handlung mal wieder rein gar nichts, diesmal im wahrsten Sinne des Wortes, liegt der doch das ganze Spiel über im Koma. Sicher, gegen Ende erwacht er wieder und macht Stimmung das jetzt aber sicher wirklich mal ehrlich was passieren wird, aber an der Karotte haben wir uns auch schon lang sattgesehen.

Ok, es sollte ziemlich klar sein, dass ich nicht viel auf die Handlung der Serie gebe. Gut war nur die von Ezio in Assassin’s Creed II, und auch das nur dann, wenn das Finale großzügig vergessen wird. Desmonds Geschichte ist sowieso rasender Stillstand, der uns jedes Mal einen hypenden Cliffhanger spendiert, dann aber im nächsten Teil nur an einer neuen Lokalität erneut auf der Stelle tritt. Assassin’s Creed wegen der Story zu spielen ist sicher nicht die erfüllendes Herangehensweise an die Spiele.

Was schon mehr Spaß macht ist das Spielen an sich. Es war immer, ist noch immer, und wird wohl immer cool sein, in Windeseile und mit Halsbrecherischer Akrobatik über die Häuser antiker Renaissance-Städte zu parcouren, die höchsten Türme der Zitadellen zu erklimmen, und dann unbeschadet in die Tiefe zu fallen, weil so ein Heuhaufen unnatürlich starke Polsterkräfte hat. Was auch wirklich launig ist, ist sich um Entrepreneur dieser Metropolen zu entwickeln, in dem man alle Läden aufkauft und irgendwann auch mal so ein bescheidenes Feriendomizil wie die Hagia Sofia sein eigen nennen kann. Aus dem Stillen Leute mit allen möglichen versteckten Waffen abzumurksen, macht fast so viel Spaß, wie sich im Schatten zu halten und stattdessen seine Bruderschaft jeden Wachposten, der um die Ecke kommt, für einen morden zu lassen. In Revelations hat das wie üblich ein klein wenig Feinschliff bekommen – wir sind weit gekommen seid der Zeit, in der Altair weder schwimmen konnte, beim Rennen sofort alle Wachen auf sich aufmerksam machte, und in Kämpfen mit Taunts und Kicks die Gegner nicht aus der Ruhe bringen durfte – doch wirklich neu ist mal wieder nicht viel. Ezio darf nun Bomben benutzen, jene sogar selbst zusammenbauen, außerdem gibt es einen ziemlich schlimmen Tower Defense Modus, der nach einem Tutorial netterweise komplett optional verbleibt.

Interessant dabei ist hauptsächlich, dass wie gesagt all dies Laune machen kann, aber hauptsächlich wenn Assassin’s Creed wie eine Sandbox gespielt wird, eben dann das zu machen, worauf gerade Lust besteht. Ich hatte nie ganz den gleichen Spaß sobald ich zurück in die restriktiveren Story-Missionen gegangen bin. Wobei ich Revelations zugutehalte, dass viele der nervigeren Missionstypen im Gegensatz zu Brotherhood hier wenig vorkommen und Konstantinopel sich auch schöner bereisen lässt, als Rom – die Atlair-Rückblicke sind meist ziemlich nervig, aber immerhin schonend kurz geraten.

Revelations ist das letzte Spiel, welches noch auf der Engine des ersten Teiles läuft, und sicherlich machen sich ein paar Altersschwächen bemerkbar, doch unterm Strich finde ich auch dieses Spiel ziemlich gutaussehend, so wie mich die Ladezeitenlose Größe der Städte nie nicht zumindest ein wenig beeindrucken wird, als jemand, der mit Spielen aufgewachsen ist, die noch in Einzelbildschirme unterteilt werden mussten. Allerdings müsste nicht vielleicht sofort vom Design allein klar sein, wer die Bösewichte und Betrüger in der Handlung sein werden, und bei Ezios Kostüm hat man sich letztendlich auch in ein paar Details zu viel verloren. Akustisch lässt sich erneut nicht meckern, mit passenden, professionellen Sprechern, sowie natürlich einen filmreifen Soundtrack.

Fazit:
Ich hab mit Assassin’s Creed meinen Frieden geschlossen. Was die Handlungen angeht erwartet ich überhaupt nichts mehr, und auch wenn es spielerisch immer die gleiche Kost hinlegt, so ist doch ein Mal im Jahr durch eine neue Stadt zu parcouren durchaus ein in Etappen launiges Unterfangen. Eine bahnbrechende Spielreihe ist AC nun wirklich nicht, aber Revelations immerhin wieder ein wenig besser als Brotherhood

6 von 10 Punkten

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