Ys: The Ark of Napishtim

  • Plattform: PlayStation 2
  • Release: 10.03.05 (J), 22.02.05 (US), 26.09.05 (EU)

Nach dem fünften Teil auf dem SNES wurde es von Seiten Falcoms erst Mal ruhig um die Serie. Um die Jahrtausendwende rum gab es das Eternal/Complete Remake der ersten beiden Teile, doch der sechste Eintrag wurde japanischen Spielern erst 2003, 8 Jahre nach Ys V, auf dem PC offeriert. Im Westen, wo wir seit Ys IV nichts mehr von der Serie gesehen hatten, durfte sogar noch zwei weitere Jahre gewartet werden, bis Konami Ys: The Ark of Napishtim auf die PS2 gehievt und lokalisiert hatte.

Adol Christin begeht auch immer wieder den gleichen Fehler: Er besteigt ein Schiff. Und wie immer dauert es nicht lange, bis jenes kentert und Adol im Vortex of Canaan angespült wird. Die Inselnation hat ein Problem mit einem es übernehmen wollenden Imperium, sowie Erwachen eines antiken Bösen, für unseren Rotschopf also same business as usual.

Bekanntlich zeichnet sich Ys weniger wegen Story aus, die eine recht Textarme Ausrede dafür ist, warum Adol nie einfach nur Urlaub machen kann, sondern wo er auch hinkommt erneut Monster zu schnetzeln hat, sondern mehr durch sein spaßiges Gameplay. Wobei genau genommen jenes genauso simpel ist wie die Handlung, was jedoch als Stärke herhält, denn simpel-fixes Verkloppen von Monstern muss nicht schlecht sein, eben weil es minimalistisch-geradlinig und ohne unnötiges Fett daher kommt. Kein ewiges Geschwafel, keine unnötig komplizierten Spielmechaniken.

So kämpft sich Adol mit wenigen Attack-Kombinationen durch die Felder und Dungeons; besiegt am Ende große Bossgegner; levelt beständig auf; findet drei Elementarschwerter, die als Magien doppeln, und mit Emel aufgebessert werden können; und erkämpft sich ein halbes Dutzend besser werdende Rüstung sowie ein ganzes Dutzend hilfreicher Accessoires. Die Gebiete sind ziemlich geradlinig und ohne Puzzle, lediglich ein paar Sprungpassagen müssen absolviert werden.

Das war es dann auch schon. Ys VI spielt sich dabei wie Ys V in Vogelperspektive mit eigenen Sprung- und Attack-Knöpfen, statt wie in den Urteilen die Todesramme zu geben. Dadurch wird das Spielgeschehen natürlich wesentlich gefälliger, zumal die Steuerung nicht so hakelig ist, wie im Vorgänger. Jedoch, so sehr The Ark of Napishtim simplen Spaß offeriert, so gibt es ein paar Probleme. Hauptsächlich dann doch im Springen, welches nicht immer leicht abzuschätzen ist, besonders wenn es ums Treffen von Fluggegner geht (der zweite Boss im Spiel, der die erste richtige Herausforderung offeriert, kann dadurch noch umständlicher werden). Und der Dash-Jump zum Erreichen von Geheimnissen ist ein Verbrechen an der Menschheit, glücklicherweise dadurch aber im Prinzip auch optional.

Technisch ist Falcom noch nie am Zahn der Zeit gewesen, doch Ys VI sieht ganz ordentlich aus, wobei es auf der PS2 bei den beeindruckenderen Räumen, die großen mit vielen Details, sowie bei vielen Gegnern auf dem Bildschirm, merklich zu Slowdown kommt. Ist netterweise aber ein seltenes Aufkommen. Die PS2-Version bekam übrigens eine Überarbeitung geschenkt, in dem die Charaktere nun Polygon-Modelle sind, statt Sprites, was durchaus auch anständig aussieht. Weniger nett anzusehen sind die PSX-Ära Cutscenes und schrecklichen Charaktermodelle im Opening und Ending, die es zum Segen machen, dass sie selten und kurz geraten sind – die Option auf die ursprünglichen Anime-Cutscenes umzuschalten hat Konami aus der europäischen Version rationalisiert. Auch zur englischen Vertonung lässt sich nur positiv sagen, dass man sie im Menü ausstellen kann.

Fazit:
Ys steh für simplen und geradlinigen Spaß beim Monsterschnetzeln in Fantasy-Kulisse. Dies ist und bleibt auch in The Ark of Napishtim solide umgesetzt. Jedoch rückblickend kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass hier eben auch die Engine erst mal Probegefahren wurde, bevor die Nachfolger darauf aufbauend eben noch besser wurden. Von daher unterhälts, aber eben nicht so gut wie in Oath in Felghana.

7 von 10 Punkten

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