Child of Light

  • Plattform: PC
  • Release: 30.04.14 (US), 30.04.14 (EU), 01.05.14 (J)

Ubisoft wird mental gerne mit AAA-Spielen für den Massenmarkt gleichgesetzt, als einer der großen Spieler im Business. Doch dem ist nicht ausschließlich so, immerhin gibt es da noch die UbiArt-Engine, auf der basierend auch kostengünstigere Nischenspiele a la Rayman, Valiant Hearts und eben Child of Light produziert werden können.

Child of Light präsentiert dem geneigten Spieler ein Märchen wie aus einem französischen Bilderbuch: Prinzessin Aurora verstirbt, erwacht allerdings in der Traumwelt Lemuria, in der von der Dunklen Königin die Himmelskörper gestohlen wurden. Also macht sich das mutige Mädel auf den Weg jene zurück zu erobern, dabei lustige Gestalten wie einen Zwerg, ein Mausketier oder einen Pierrot einsammelnd, darauf hoffend wieder mit ihrem Vater vereint zu werden, bevor jener am Verlust seiner Tochter zugrunde geht.

Wie gesagt, Child of Light will hauptsächlich ein kleines, niedliches Märchen sein, was natürlich auch mit einer sehr gehabten Geschichte daher kommt, die zu keiner Zeit überraschen wird, aber durchaus zweckdienliches Mittel darstellt, um das Abenteuer auf Strecke zu halten. Die Charaktere reden sogar durchgängig in Reimen, mit mal mehr oder weniger überzeugendem Resultat. Alle dabei unvertont, richtig sprechen tut nur die großmütterliche Erzählerin, selbstverständlich ebenso im Reim.

Allgemein ist die ganze Atmosphäre des Spieles überraschend zurückgelehnt. Die Farben von Lemuria sind nicht sonderlich intensiv. Die wunderschön handgezeichnete Optik detailliert, aber von den Lokalitäten häufig abgesehen einiger Setpieces auch unspektakulär. Die Texte wie gesagt etwas verwässert im Reim. Die Musik abgesehen von den überraschend schnellen Kampf-Themen eher ruhig gehalten. Die wenigen Schalterrätsel sind nicht weiter fordernd, der Weg ziemlich linear, die meisten Nebenaufgaben können auf ihm nebenbei abgehakt werden. So eines der zehn Kapitel ist ein komfortabler Brocken von ein bis zwei Stunden, perfekt für die Tage, an denen nicht viel Zeit zum Zocken über bleibt. Doch eben genau wegen jener Atmosphäre ist es fast schon etwas schwer sich wirklich richtig für Child of Light zu begeistern. Dazu ist es fast zu ruhig und gemächlich.

Abgesehen von Kampfsystem. Wenn die Musik dann plötzlich aufdreht, in den Bosskämpfen sogar ein Chor ins Ohr wuchtet. Denn hier fühlt man sich gleich wesentlich stärker involviert, da sich eben nicht einfach nur strickt rundenbasiert eins auf den Deckel gegeben wird. Child of Light erinnert hingegen an Grandia, allerdings mit starrer Aufstellung statt des Herumrennens. Es ist also jederzeit auf einem Balken ersichtlich, wann die Gegner und wann die eigenen Charaktere zum Zuge kommen, ganz von deren momentaner Agilität abhängig. Jedoch gibt es eben auch noch das Endstück des Balkens, welches die Geschwindigkeit angibt, mit der die gewählte Aktion vorbereitet wird. Größere Angriffe brauchen länger in der Ausführung, als einfach nur schnell einen Gegenstand zu werfen. Und wer in jener Vorbereitungsphase eins aufs Ohr bekommt, vergisst schon mal schnell, was er eigentlich mache wollte. Sprich Gegner sowie eigene Charaktere können aus ihrer Aktion herausgeschlagen werden, was sie an den Beginn des Ladebalkens wirft, quasi eine Runde verschenkt. Zudem hat der Spieler neben den zwei im Kampf aktiven Charakteren auch noch ein Glühwürmchen zur Maus-Hand, welches solange es noch Saft hat, auf die Gegner positioniert werden und sie verlangsamen kann. Es ist also doch recht taktisch ein Kampfsystem, bei dem geschaut werden muss, was wann zu tun ist, je nach Geschwindigkeit und Möglichkeit Gegner von den Aktionen abzuhalten, bzw. selbst abgehalten werden zu können. Das macht die Kämpfe wohl zur spannendsten Komponente des beschaulichen Spieles.

Fazit:
Das sind, gerade für mich, überraschend wenige Worte zum Spiel. Aber über Child of Light müssen auch nicht viele verloren werden. Es ist ein kleines, feines Spiel, welches mir schon gefallen hat, und wie gesagt besonders für den kleinen Kapitel-Happen zwischendurch sich perfekt eignet. Aber es ist eben auch kein Hype-Spiel, welches man anschließend allen Bekannten als Must Play aufdrängen wird.

7 von 10 Punkten

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