Nanashi no Game

  • Plattform: Nintendo DS
  • Release: 03.07.2008 (J)

Zu Zeiten des DS meinte es SquareEnix eigentlich recht gut damit, was Lokalisierungen ihrer Spiele in den Westen anging. Alle sahen wir jedoch dennoch nicht, worunter auch die zwei Nanashi no Games fallen, die als Survival Horror mal das Image des RPG-Lieferanten aufgebrochen hätten.

Von der Geschichte her ist das Spiel recht simpel und stützt sich auf bewährt wirksamen Japano-Horror: Es geht ein urbaner Mythos um, laut dem das Spielen eines verglitchten Handheld-Games einen nach 7 Tagen umbringt, was natürlich Spieler schon aus Kuriosität alleine anlockt. Der Spieler-Avatar ist ein solcher, da er oder sie sich von einer Freundin dazu hat überzeugen lassen, sich das Ding auf den TwinScreen zu ziehen, praktischerweise eröffnet sie erst anschließend, dass ein gemeinsamer Freund schon eine Weile absent ist und man ja mal nachschauen könnte, was bei ihm los ist. In der abgedunkelten Bude mit verbarrikadierten Fenstern und seltsamen Hintergrundgeräuschen finden wir ihn letztendlich auch, oder zumindest seine den noch laufenden Handheld haltende Leiche. Tja, hätte man mit dem Download doch bis nach dem Besuch gewartet.

Es ist also so ein wenig wie The Ring, aber mit einem verfluchten Spiel statt Tape. Es gibt sogar einen Professor, der dem Hauptcharakter zur Seite steht, und die Rolle des Erklärbärs übernimmt, wie so ein Geisterfluch in moderne Technik kommen kann.

Interessant ist dabei in Nanashi no Game hauptsächlich, dass sich durch beide Welten bewegt wird, um dem Mysterium des Fluches und die Abwendungsmethode auf die Schliche zu kommen: Dem verfluchten Spiel an sich, so wie der realen Welt. Die reale Welt ist komplett in 3D, der DS wird dabei im von wenigen Spielen genutzten Buchformat hochkant gehalten, sich per Touchscreen langsam durch die Umgebung bewegt. Gerannt werden kann auch, oder zumindest der Power Walk, der in Survival Horror immer als Rennen bezeichnet wird, was auch nötig ist, da in jener Umgebung immer wieder die Geister der Fluchopfer auftauchen und sich an die Fersen des Spielers heften. An gewissen Fixpunkten meldet sich dann die ominöse Melodie des Videospieles, und es geht in den nostalgischen Verschnitt irgendwo zwischen Dragon Quest und Final Fantasy, um mit den NPCs dort zu sprechen, die ebenfalls die Opfer darstellen.

Das Hauptproblem dabei ist, dass es an Nanashi no Game einfach nicht viel zu spielen gibt. Das verfluchte Spiel an sich ist beispielsweise komplett nur ein Story-Träger, bei dem lediglich mit allen NPCs geredet werden muss, die Hintergrundinformationen preisgeben, bis dann wieder in die Realwelt gegangen werden darf. Und in jener sind die Lokalitäten nicht nur überschaubar kurz, sondern auch enorm linear. Rätsel oder verschiedene Verstecke vor den Geistern existieren eigentlich nicht, stattdessen wird den einzig möglichen Weg entlang gerannt, bis sich das verfluchte Spiel für neue Story meldet, das Ende des Gebietes erreicht wird, oder selten doch auch hier mal eine Notiz zur Förderung der Handlung liegt. Manchmal ist Nanashi no Game ganz mutig und lässt einen den Weg auch wieder zurück rennen, aber das war es dann auch schon. Nach 4 Stunden ist der Spuk abgewendet, und irgendwie war die spielerische Seite schaler als erwartet.

Worin Nanashi no Game hingegen wirklich gut ist, ist Atmosphäre zu generieren, was für ein Horror-Spiel enorm wichtig ist. So ein nostalgisches 8bit-RPG zu haben, bei dem sich in Grafik und Sound mehr und mehr Glitche einschleichen, hat schon etwas unterschwellig beunruhigendes. Und auch wenn die 3D-Grafik der Realwelt zwecks DS-Kapazitäten gut aber nicht herausragend ist, so reichen die leicht pixeligen Gänge und unheimlichen Geräusche schon aus, um den Herzschlag leicht zu erhöhen, ganz zu Schweigen davon, wenn eines der Gespenster die Verfolgung aufzunehmen beginnt.

Fazit:
Zu Nanashi no Game gibt es nicht viel zu sagen, weil einfach nicht viel Spiel dran ist. Beim erstmaligen Bespielen ist es dank der dichten Atmosphäre schon ein brauchbares Erlebnis, jedoch durch die Linearität und Kürze kommt eher kein Wiederspielwert auf.

6 von 10 Punkten

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