Ace Attorney: Phoenix Wright – Trials & Tribulations

  • Plattform: Nintendo DS
  • Release: 23.08.07 (J), 23.10.07 (US), 03.10.08 (EU)

Zum dritten und letzten Male drehte der beliebte Phoenix seine Runden durch die Gerichte auf dem GameBoy Advance. Und Serienschöpfer Shu Takumi, zum letzten Mal unterstützt von Shinji Mikami, wollte die Anwalts-Serie dies mit einem großen Knall tun lassen.

Das fängt schon damit an, dass der Spieler diesmal nicht nur in die Fußstapfen von Phoenix Wright tritt, sondern in zwei Flashbacks niemand anderen als dessen Mentor Mia Fey bei deren ersten beiden Fällen steuert. Einer davon, um Phoenix selbst von der Mordanklage zu befreien. Ja sogar Miles Edgeworth wird kurzzeitig im fulminanten Finale übernommen, wenn Phoenix im Krankenhaus landet und Maya wie Pearls verloren gehen.

Die Show stiehlt allen allerdings der Neuankömmling auf dem Stuhl des Anklägers: Godot. Der ist nicht nur eine enorm coole Sau, die immer von jazzigen Klängen begleitet wird, sondern auch ein Kaffee-süchtiger, frei von der Leber philosophierender, halber Mecha. Nie um eine Einschüchterung verlegen, immer mit einem Spruch auf den Lippen, und durchblickend vielleicht doch gar nicht mal so ein übler Kerl. So richtig übel hingegen ist der echte Antagonist des Spieles, Dhalia Hawthorne, die selbst Manfred von Karma vor Neid erblassen lassen würde. Dazu noch jede Menge altbekannte und beliebte Charaktere, jede Menge Erinnerungen an die vorigen Teile, aber auch Anspielungen an andere populäre Spiele, und man fühlt sich doch gleich so richtig zu Hause bei Trials & Tribulations.

Trials & Tribulations geht auch in allem sofort in die Vollen. Hier wird sich nicht zurückgehalten was die irrsinnigen Wendungen, die übertriebenen Charaktere, die schrägen Einfälle und humorigen Einlagen angeht. Und trotzdem kann das Hauptgeschehen immer ernst genommen werden, bringt immer die nötige Portion Drama mit rein, und vor allem wirkt obwohl so Übertrieben immer plausibel – für eine Welt wie in den Ace Attorneys zumindest. Die Abnormalität ist sozusagen zur Normalität für den wiederkehrenden Spieler geworden. Bei alldem hilft natürlich, dass die Fälle wieder richtig wie kleinere Teile des großen Ganzen wirken, immer etwas Forshadowing betreiben oder Charaktermotivationen besser erläutern, kompakt zusammengehalten mit den beiden kleinen Fällen von Mia Fey. Und alles kulminierend im großen, spannenden Finale, welches nicht nur alle neuen Sachen von Trials & Tribulations aufgreift, sondern auch die losen Enden der Vorgänger. Ein besseres Ende für eine Serie kann man sich eigentlich gar nicht wünschen.

Ach so, gespielt statt gelesen wird hier und dort natürlich auch wieder ein wenig, und auf die gewohnte Art: Schauplätze inspizieren, Zeugen befragen, Beweise einsammeln, und all dies dann in den Gerichtsverhandlungen der Anklage und den lügenden Zeugen im Kreuzverhör um die Ohren knallen. Kleinigkeiten aufbauschen, bis doch etwas von Substanz draus wird, Psych-Lock sprengen, um an die Wahrheit darunter zu kommen. Also gewohnt viel Text lesen und aufpassen wann sich etwas widerspricht.

Optisch hat sich nichts getan, die Plattform wurde im Original ja auch noch nicht gewechselt, und für das, was Ace Attorney ist, sieht es eh immer passend aus. Die Musik ist mir dann tatsächlich auch hier am Gefälligsten, wirkt doch alles etwas melodischer und raffinierter komponiert als in den ersten beiden Teilen.

Fazit:
Ace Attorney ist immer beste Unterhaltung für diejenigen, die gar nicht mal ganz so viel Spiel zwischen dem Lesen von Text brauchen, aber so eine Gaudi wie in Trials & Tribulations hat die Serie davor sowie danach nie wieder liefern können. Natürlich vor allem auch ein großer Pluspunkt, wenn man als Kenner der Vorgänger in das Trilogie-Schlusskapitel geht.

10 von 10 Punkten

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