Attack of the Friday Monsters! A Tokyo Tale

  • Plattform: Nintendo 3DS
  • Release: 13.03.13 (J), 18.07.13 (US), 18.07.013 (EU)

Wenn Level 5 nicht gerade damit beschäftigt ist mehrere Millionen Einheiten von Yokai Watch abzusetzen, oder die fünfte Variante eines Inazuma Elevens Marktfertig zu machen, können sie fürs Prestige auch etwas kleinere Spiele raus bringen. Namentlich ihre Guild 01 und Guild 02, für die in Japan bekannte Game Designer jeweils ein kleines Häppchen produzierten, die dann zusammen auf ein Modul gebannt wurden bzw. fürs kleine Geld einzeln auf dem e-Shop gelandet sind.

Im Falle von Attack of the Friday Monsters! A Tokyo Tale haben wir es mit Kaz Ayabe zu tun, der im Westen ein Niemand ist, aber in Japan eine Kultserie erschuf, in der man nichts macht außer als Kind einen nostalgischen Sommer zu verbringen. Und zwar im Sinne von Käfer fangen und gegeneinander antreten lassen, ein Bildertagebuch führen, allgemein durch die Gegend zu streunen, also bevor man die Möglichkeit hatte sich einfach mehrere Wochen ins Zimmer mit den neuesten Games einzuschließen.

Diesem Konzept bleibt er in Attack of the Friday Monsters ein gutes Stück weit treu. Auch hier übernehmen wir die Rolle eines japanischen Jungens in einer Kleinstadt zur Zeit der Tokusatsu-Ära, als auf den japanischen Leinwänden jährlich neue Godzillas und Ultramänner gegen Aliens kämpften. Was auch die Besonderheit der hiesigen Kleinstadt ausmacht: Freitags kommen die Monster raus und ringen in den Reisfeldern miteinander. Alles von der örtlichen TV-Station aufgenommen und von den Kindern begeistert angefeuert.

Das eigentliche Spiel dahinter lässt sich nun am Besten als Adventure Game ohne wirkliche Rätsel oder Puzzle bezeichnen. Eigentlich läuft man nur durch die Stadt und sonst nichts. Am richtigen Ort angekommen oder mit dem richtigen NPC gesprochen initiiert dann eine der insgesamt 26 Episoden, die hauptsächlich kleine Vignetten sind, in denen entweder die Handlung darum, ob die Monster überhaupt echt sind oder nicht, vorangetrieben, oder einem besagter Charakter etwas näher gebracht wird. Man findet also nicht immer heraus, dass jemand von Aliens abstammt, oder ein erfolgloser Gerechtigkeitskämpfer ist, sondern teilweise auch einfach nur, dass der schräge Alte und seine heißblütige Tochter doch ganz dicke sind, obwohl sie ständig aneinander geraten.

Die einzigen Instanzen, in denen nicht durch die Stadt gewandert und nach neuen NPCs zum Ansprechen gesucht wird, sind die Kartenkämpfe. Überall verstreut liegen blinkende Glimmer, die in Gruppen gesammelt eine Monsterkarte mit so schön extremen Namen wie „Glacial Giant Penguidon“ oder „Atrocious Avian Eaglarian“ formen. Mit jenen kann, und ganz selten muss zum Storyfortschritt, nun gegen andere Kids gekämpft werden. Das geht nach dem universell verständlichen Stein-Schere-Papier-Prinzip, wobei allerdings hier die Karten verdeckt hingelegt werden, und dann basierend auf Hinweisen so getauscht werden müssen, dass mehr Gewinner denn Verlierer für einen liegen.

Aber ja, abgesehen von jenen kleinen Auseinandersetzungen steckt halt nicht viel Spiel in den 2-3 Stunden, die bis zu den Ending Credits von Attack of the Friday Monsters gebraucht werden. Dementsprechend steht und fällt das Vergnügen mit dem Spiel maßgeblich damit, wie unterhaltsam es empfunden wird durch eine japanische Kleinstadt der 70er zu laufen, mit den Nachbarn zu interagieren, und eine durchaus humorige und verrückter werdende Handlung über Kaiju und Aliens zu folgen. Das ganze Spiel nimmt sich nicht sonderlich ernst, und ich fand es sehr unterhaltsam, aber das ist schon sehr Geschmacksabhängig.

Ganz gut aussehen tut das Spiel übrigens, abgesehen von der schrecklichen Treppensteig-Animation, denn das ganze Ding simpel, cartoonig und bunt zu halten funktioniert natürlich super fürs nostalgische Setting. Von den Guild-Spielen darf natürlich kein Mega-Budget erwartet werden, aber Attack of the Friday Monsters ist definitiv niedlich genug designt.

Fazit:
Wie bereits erwähnt, Attack of the Friday Monsters ist super kurz und bietet wenig eigentliches Spiel, sondern mehr Interaktion mit mehr oder weniger schrägen Charakteren im Japan der Tokusatsu-Zeit. Kann durchaus als extremer Langweiler empfunden werden, ich fand es allerdings sympathisch.

7 von 10 Punkten

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