For the Frog the Bell Tolls

  • Plattform: GameBoy
  • Release: 14.09.1992 (J)

For the Frog the Bell Tolls hat sich mit der Zeit einen Namen als übersehener Edelstein in der GameBoy-Bibliothek gemacht, da die Engine den Vorgänger zu The Legend of Zelda: Link’s Awakening darstellt, und es schon alleine deswegen mehr Leute zu spielen begonnen haben. Das Auftauchen einer englischen Fantranslation fürs nur in Japan herausgekommene Spiel hat natürlich auch nicht geschadet.

Prinz Richard und Prinz Sabre sind gute Freunde, und wie sich das bei Jungs so äußert immer im Wettstreit miteinander. Richard gewinnt für gewöhnlich, was Sabre allerdings nicht entmutigt. Als die beiden gerade mal wieder in einem Duell stecken, kommt die Nachricht herein, dass das fiese Croak Empire das Königreich Mille-Feuille überrannt hat und dessen Herrscher plant die dortige Prinzessin Tiramisu zu heiraten, ob sie das nun will oder nicht. Eine Prinzessin und ihr Königreich vor einer ganzen einfallenden Armee retten? Das ist doch der ultimative Könnensbeweis und so machen sich die beiden Prinzen auf den Weg, mal sehen wer es zuerst schafft.

Prinz Sabre ist noch kaum angekommen, da muss er schon herausfinden, dass die Prinzessin entkommen konnte, und die unfähige Armee selbst nach ihr sucht. Eine alte Hexe gibt ihm dann auch noch einen mysteriösen Trank, den Sabre einfach so schluckt, und prompt wird er zum Frosch. Na wie soll man denn so holde Maiden retten gehen?

Was bei For the Frog the Bell Tolls schnell klar ist, ist, dass sich das Spiel nicht wirklich so ernst nimmt. Die recht einfache und mit circa 5 Stunden auch nicht lange Reise ist lieber passend humorig. Da sind die Namen aller Orte und Personen schon mal Tiergeräusche oder der hohen Cuisine entlehnt, und dies ausnahmsweise mal bewusst, statt der Exotik wegen ohne darauf zu achten, wie blöd sie eigentlich sind, wenn man sie versteht. Monty Python darf referenziert werden, und über die Gepflogenheiten von Spielen wird auch gewitzelt, wenn Sabre trocken kommentiert wo denn bitteschön immer genau dann diese seltsamen Weghürden auftauchen, wenn er in jene Richtung muss, und das bestimmt wieder irgendein NPC Hilfe braucht und die Sperre dann praktischerweise verschwindet.

Da gibt es auch schon mal ganz charmant die schwarzen Bretter in den Städten, die immer im reißerischen Ton verlauten lassen, was Prinz Sabre jetzt wieder für eine (mehr oder minder) Heldentat vollbracht hat, auch wenn gar keiner dabei war, der es mitbekommen hätte. Die sind praktisch falls man doch mal das eigentlich schnell durchgespielte Abenteuer unterbrechen muss, und auf ihnen nachlesen kann, was noch mal als letztes getan wurde. Ansonsten ist die Welt überschaubar und Weggabelungen sind selten, so dass es nie sonderlich fraglich ist, wo es weiter geht.

For the Frog the Bell Tolls ist übrigens ein Action Adventure, passend wo es ja auf der pre-GB-Zelda-Engine läuft. Wobei sich das Spiel noch stärker auf die Puzzle und weniger auf Kämpfe stützt als Zelda das tut. Hier werden auch die Formen des Prinzen, in die er sich verwandeln können wird, noch wichtig. Denn der Prinz ist ein guter Kämpfer und kann Blöcke verschieben, allerdings nicht sonderlich hoch springen. Der Frosch hingegen springt sehr hoch und frisst Insektengegner ohne jegliche Auseinandersetzung, ist allerdings sonst ziemlich unnütz. Die Schlange kann durch Engen kriechen und Gegner in Blöcke verwandeln, dafür aber nicht wirklich springen. Geschickter Einsatz jener Formen ist also nötig, um die diversen Rätsel im Spiel was das Vorankommen angeht zu meistern. Als Action Adventure gibt es natürlich keine Erfahrungspunkte, sondern Verbesserungen der Statuswerte werden genau wie bessere Schilde und Schwerter entweder gefunden oder gekauft.

Selbst die Gengerkämpfe sind eigentlich mehr ein Puzzle denn sonstwas. Denn beim Kollidieren mit Feinden laufen sie in einer Cartoon-Staubwolke ganz automatisch ab. Kein eigenes Schwingen des Schwertes, noch nicht mal ein Rammen der Gegner aus dem richtigen Winkel von Nöten. Dafür die nötigen Upgrades. Früher oder später wird sich ein Gegner in den Weg stellen, der nur dann besiegt werden kann, wenn das aktuellste Equipment aufgerüstet ist und alle Statuswert-verbessernden Gegenstände im Gebiet gefunden wurden. Das macht die Kämpfe leider etwas uninteressant, denn es wird kein Geschick von Seiten des Spieler abgefragt – sind alle Verbesserungen gefunden, dann gewinnt Sabre auf jeden Fall, wurde was übersehen, dann gewinnt der Gegner.

Die größte Ähnlichkeit zu The Legend of Zelda: Link’s Awakening offenbart sich definitiv im Look der Spieles. Die niedlichen Sprites, hin und wieder ein Portrait-Closeup, und vor allem der Wechsel zwischen Vogelperspektive und Seitenansicht erinnern doch stark daran, außerdem klingen die passablen Melodien sehr ähnlich.

Fazit:
For the Frog the Bell Tolls ist vielleicht etwas simpel und kurz, aber abgesehen von den Kämpfen gereicht dem Spiel das wenig zum Nachteil, sondern passt ganz gut zum charmanten Abenteuer, welches sich selbst nicht zu ernst zu nehmen versteht.

7 von 10 Punkten

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