The Starship Damrey

  • Plattform: Nintendo 3DS
  • Release: 27.03.13 (J), 16.05.13 (US), 16.05.13 (EU)

Ein weiteres der Minispiele aus Level 5s Guild-Kollektion, bei uns nur einzeln über e-Shop erhältlich, ist The Starship Damrey, welches die Namen Kazuya Asano und Takemaru Abiko stolz präsentiert. Ganz wie Attack of the Friday Monsters Kaz Ayabe werden die beiden Namen einem Westler nur Fragezeichen im Hirn sein, sind auch sie für einen Japan-exklusiven Kulthit verantwortlich: Das SNES Sound Novel Night of the Sickle Weasel, welches beispielsweise Kotaro Uchikoshi zu seinen Zero Escapes inspirierte. Mittlerweile zumindest auf Smartphones als Banshee’s Last Cry auch in Englisch erhältlich, aber dadurch wird es nicht wirklich viel bekannter sein.

Auch The Starship Damrey bleibt dem größten Erfolg seiner Macher treu und gestaltet sich als Sound Novel, welche sich hauptsächlich dadurch auszeichnen, dass im Gegensatz zu Visual Novels eben die Grafik zweitrangig ist und die Atmosphäre mehr durch ein solides Sound Design kommt. Meist bekommt man abgesehen von abgedunkelten Hintergründen, auf denen ganz-flächig der Text erscheint, gar nichts zu sehen. Aber auch ein Higurashi: When They Cry nannte sich Sound Novel, weil es sich schwerlich über das kotzhässliche Charakterdesign verkaufen ließ.

The Starship Damrey ist sogar richtig clever was das angeht, und macht dieses Game Design zu seinem erklärten Setting. Wir übernehmen die Rolle eines Unbekannten, der in einer Kälteschlafkapsel der Damrey erwacht, unter momentaner Amnesie leidend. Irgendwas ist auf dem Schiff schief gelaufen, weswegen der Sauerstoff außerhalb der Kapseln abgestellt wurde, und weswegen wir sie natürlich nicht verlassen können. Stattdessen loggen wir uns über den OS des Schiffes in einen Roboter ein, den wir nun durch das Schiff steuern und über dessen Kamera die Umgebung wahrgenommen wird, um beispielsweise die Geistererscheinungen eines Mädchens und die Leichen anderer Crewmitglieder zu sehen.

Das erklärt also schon mal warum wir außer Gänge in Egosperspektive wenig zu sehen bekommen, und warum wir nicht einfach selbst durchs verlassene Schiff geistern können. Auch die Puzzle sind passabel eingebunden, denn die Stimmerkennung des Schiffes kann uns leider nicht als Crewmitglied identifizieren und somit sind wir nur als Gast eingeloggt, was diverse Türen verschlossen hält, bis wir die ID-Karten der toten Crew mit der richtigen Zulassung gefunden haben.

Und die Atmosphäre ist wirklich alles in The Starship Damrey. Die dunklen Gänge entlang zu fahren, dabei keinerlei Hintergrundmusik haben, sondern nur die unregelmäßigen metallischen Geräusche des Schiffes, oder die Statik einer nahen Space Leech (optionale Collectibles), führt schon zu einer sehr dichten Atmosphäre, und die ein oder zwei plötzlichen Erscheinungen können dahingehend wirklich auch erschrecken. Wobei der Großteil des Spieles natürlich nur unheimliche Atmosphäre ist, aber nicht wirklich viel geschieht, zumal wir ja sicher sind, da in der Kälteschlafkapsel während der Roboter durchs Schiff rollt.

Das Spiel hält einen dann zu Beginn auch gleich an doch bitte den Sound hoch zu drehen und möglichst keine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn das Gefühl verloren zu sein kommt auch dadurch, dass in The Starship Damrey alles selbst per Trial and Error herausgefunden werden muss, während das Spiel keinerlei Tutorial oder Hinweise gibt. Praktischerweise streckt es das Adventure dann auch auf über die eine Stunde, die es wahrscheinlich im zweiten Anlauf mit dem nötigen Wissen nur gehen würde. Frust kommt dennoch selten auf, denn in einer so überschaubaren Lokalität gibt es natürlich auch nur überschaubare Interaktionsmöglichkeiten durchzuprobieren.

Als Sound Novel ist das Ding natürlich sehr spartanisch anzusehen, wobei verlassene Gänge einer metallischen Struktur sicherlich auch nicht viel technische Leistung benötigen, um dargestellt zu werden, erneut das Setting also passend herausgesucht wurde. Und das der Sound perfekt für die Amtosphäre ist wurde ja bereits erwähnt.

Fazit:
Wer ein richtig atmosphärisches und kurzweiliges Adventure will, der bekommt in The Starship Damrey genau dies geboten. Ein langes Spiel, ein kniffliges, eines was ständig erschreckt, all dies sollte allerdings nicht erwartet werden.

7 von 10 Punkten

Werbeanzeigen