Lightning Returns: Final Fantasy XIII

  • Plattform: PlayStation 3
  • Release: 21.11.13 (J), 11.02.14 (US), 14.02.14 (EU)

Die nachträglich Lightning-Saga getaufte Final Fantasy XIII Schoße ging also auf der PS3 auch in ihre dritte Runde, mit einem Spiel, in dem Lightning sogar endlich mal die Hauptrolle spielen durfte. Und all das mal wieder zu ungefähr halbierten Absatzzahlen zum Vorgänger, weil eigentlich nicht wirklich jemand nach mehr Final Fantasy XIII gefragt hat. Natürlich sind ein Viertel der Absatzzahlen eines Final Fantasy Hauptteiles, zudem wenn Assetts recycelt werden können, immer noch nicht lumpig, muss man dabei schon anmerken.

Die Handlung war in der Saga noch nie wirklich eine Glanzleistung. Final Fantasy XIII fängt vielversprechend an, aber aufs Finale, wenn die Karten alle auf den Tisch gelegt werden, fällt alles stark ab. Final Fantasy XIII-2 war jetzt auch nicht so super logisch oder weltbewegend, sich dessen jedoch wenigstens bewusst. Lightning Returns: Final Fantasy XIII ist nun so ziemlich das qualitative Tal einer eh nicht bergigen Franchise. Was schade ist, denn das Konzept könnte ganz brauchbar umgesetzt werden. Die Welt, die seit 500 Jahren im Stillstand vor sich hin vegetierte, wird in 13 Tagen untergehen. Lightning ist nun von Gott aus ihrem Kristallschlaf erweckt worden, um die Seelen einzufangen, damit sie in die nächste Welt übergehen können, alles mit der Karotte vor der Nase, dass er ihre Schwester Serah eventuell zurückholen kann.

Unter jemandem, der Valkyrie Profile oder Drakengard gemacht hat, könnte hieraus eine echt interessante Angelegenheit werden. Was bedeutet es für einen, 500 Jahre im Stillstand leben zu müssen, ohne Veränderungen, ohne Ziele? Was bedeutet es für Menschen, für die der Tod essenziell an Bedeutung verloren hat, damit konfrontiert zu werden, dass in 2 Wochen die Welt untergeht? Lightning Returns interessiert sich dafür allerdings herzlich wenig, sondern hat NPCs in den Städten rumstehen, die einem dämliche Fetch Quests geben, die so in jedem Spiel sein könnten. Konfrontiert mit dem unablässigen und baldigen Tod? Was soll’s, such mir lieber mal mein verschollenes Tagebuch. Und lässt die Hauptcharaktere lieber ständig einen Flunsch ziehen und Aussagelose Plattitüden von sich geben. Das Spiel beginnt tatsächlich mit dem Satz von Lightning „Ich erwachte aus meinem traumlosen Schlaf, um den Ende der Welt beizuwohnen“ und später im Spiel bringt doch jemand tatsächlich das absolute Klischee „Wir werden alleine geboren und sterben alleine“. Das ist das Niveau, auf dem sich Lightning Returns bewegt, geschrieben wie von einem Emo-Teen, der denkt, all dies wären intelligente Denkanstöße und der Menschheit komplett neu. Denn im Gegensatz zu Final Fantasy XIII-2 ist sich Lightning Returns nie bewusst, dass dies hier alles irgendwie blöd ist, sondern präsentiert diese permanenten Unterbrechungen in so einem luftig-erhabenen Ton, als hätten wir ein tiefgängige Meisterwerk vor uns.

Das die Handlung nicht einfach schnell durchgewinkt wird, sondern eben ständige Präsenz zeigt, ist schade, da sie dadurch eben auch konstant nervt, statt das sich die Spieler mehr auf das Gameplay konzentrieren können, welches nicht allzu übel geraten ist. Wir haben mal wieder ein Jobsystem zu bieten, nicht ganz unähnlich den Paradigmen, aber auch nicht komplett gleich.

Ganz wie in Final Fantasy X-2 kann Lightning durch das Tragen verschiedener Kostüme – genau wie dort viele davon großen Wert auf Fanservice legend – verschiedene Rollen ausrüsten, die eben den Paradigmen nicht unähnlich sind und auch zwischen einem Dreier-Set im Kampf gewechselt werden kann. Erneut ist es dabei häufig wichtig die Gegner in einen Stagger-Zustand zu versetzen, um anschließend umso höheren Schaden anzurichten. Es ist also tatsächlich mehr oder weniger wie in den beiden Vorgängern, nur mit Dressup-Spielchen und einem einzelnen Charakter im Kampf. Der größte Unterschied ist hierbei, dass dies nicht alles im Auto-Battle läuft, sondern den4 Buttons des Controllers 4 Fähigkeiten zugeteilt sind, die dann manuell eingesetzt werden, sofern die ATB-Leiste weit genug aufgeladen ist. Nicht ganz unspaßig war das System von Final Fantasy XIII sowieso schon immer, und hier fühlt man sich zudem nicht ganz so passiv, also definitiv eine Verbesserung.

Woran sich sicherlich erst gewöhnt werden muss, ist die Tatsache, dass Lightning Returns ziemlich Open World daher kommt, im Gegensatz zu den im Großteil doch restriktiven anderen Final Fantasys, in denen das Abenteuer schon in einer gewissen Reihenfolge abgearbeitet werden muss. Nicht hier, sondern von Anfang an stehen alle Gebiete der Welt bereit, und es kann beliebig zwischen ihnen hin und her gesprungen werden, um die fünf Haupt- sowie die diversen Nebenquests in der Reihenfolge zu lösen, die selbst passt. Ein paar wenige müssen natürlich dennoch nach anderen erledigt werden, doch die meiste Zeit bleibt der Spieler im Ablauf ziemlich frei entscheidend. Einengend ist hier lediglich das Zeitsystem, denn wie gesagt bleiben der Welt nur 13 Tage, und die laufen im Spiel in Echtzeit beständig ab. Abgesehen davon, dass dies ein Zeitlimit auferlegt, bis wann Aufgaben erhältlich sind, welches aber sehr großzügig bemessen ist und durch den Einsatz der Chronostasis fast ausgehebelt werden kann, sind diverse Quests oder Etappen in ihnen auch nur zu gewissen Tageszeiten verfügbar. Aber wie gesagt, was zunächst noch eine ziemliche psychologische „Hetz mich nicht“-Sperre auferlegt, ist eigentlich jede Menge Zeit, um zumindest einen Großteil des Spieles zu erledigen. Ist auch ganz gut so, denn aufgelevelt wird im Spiel nur über deren erfolgreichen Abschluss.

Technisch bietet sich in Lightning Returns: Final Fantasy XIII ein gemischtes Bild. Grundsätzlich ein Mal sieht das Spiel schon sehr gut aus, hat jedoch einige Macken wie dann doch mal ein Stück Szenerie, welches fast wie aus einem PS2-Spiel aussieht, oder Probleme in der Framerate. Auch ist es etwas befremdlich, dass Lightning so viele verschiedene Battle Quotes und Animationen gegeben wurde, je nach ausgerüstetem Kostüm, dann jedoch bei einem so auf Nebenquests ausgelegtem Spiel alle NPCs aus dem gleichen Baukasten kommen, statt mehr Diversität zu bieten, und auch so einige Animationen was abgehackt sind. Musikalisch war Final Fantasy XIII sowieso schon immer eine relativ gemischte Angelegenheit, mit ein paar echt coolen, und dann wieder ein paar echt nervigen Stücken. Immerhin ist die Sprachausgabe gewohnt gut, kann die Dialoge jedoch nicht retten.

Fazit:
Lightning Returns: Final Fantasy XIII ist blöd, so richtig blöd. Und leider ist die Story nicht gerade passiv am Rande, sondern schon ziemlich zentral am Nerven. Dies ist etwas schade, denn das Gameplay an sich ist ganz in Ordnung. Das Zeitlimit hätte man sich jedoch schon sparen können, da es durch Chronostatsis praktisch eh bedeutungslos wird, und es zu Beginn einem ein unnötiges Gefühl der Gehetztheit verabreicht.

5 von 10 Punkten

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