Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon

  • Plattform: Nintendo DS
  • Release: 03.01.08 (J), 18.11.08 (US), 08.10.10 (EU)

Ein wenig aus der Reihe habe ich die Rune Factorys schon gespielt. Nachdem ich den ersten Teil bereits nicht als Highlight erachtete, und nicht die besten Dinge über 2 oder Frontier hörte, ging es direkt zu Rune Factory 3. Nun hat es im Nachhinein dennoch Rune Factory 2 ein Mal getroffen, mal sehen wie das so ist.

Hauptcharakter leidet unter Amnesie, kommt in einem beschaulichen Städtchen an, und bekommt von dem Mädel, welches im Opening eindeutig als zukünftige Braut gehandelt wird, auch wenn der Spieler definitiv mehr Optionen im eigentlichen Spiel geboten bekommt, eine Farm aufs Auge gedrückt. Joa, so weit, so gehabt. Handlung war noch nie das Highlight dieser Spiele, daran hat sich hier ebenso nichts geändert, irgendwann wird halt ein Böses besiegt, welches mehr mit einem zu tun hat, als die Amnesie einem glauben macht.

Strukturell ist dies hier allerdings schon etwas anders geregelt, denn Rune Factory 2 ist in Generationen unterteilt. In der ersten besteht das Ziel gar nur daraus, sich eine Frau zu suchen und ein Kind zu zeugen, mit dem es dann in die zweite Generation und das Hauptspiel geht. Denn viel mehr als ein wenig Farmarbeit wird zunächst auch nicht geboten. Natürlich können ein paar Quests der befreundeten Dorfbevölkerung absolviert werden, und theoretisch stehen auch bereits alle 4 Jahrezeiten-Dungeons offen, doch sorgen Wegblockaden dafür, dass ganz so viel RPG nicht in der ersten Generation steckt, es sich doch mehr auf Harvest Moon besinnt.

Generation 2 ist dann wie gesagt natürlich anders, Farmarbeit fast unwichtig, abgesehen vom Züchten einiger Dinge für die Zerstörung der willkürlichen Wegblockaden, um in den Dungeons und damit der Handlung weiterkommen zu können. Nun wird richtig gekämpft, auch gegen Bosse. Nun werden deren Tiefen erforscht. Nun können in der Werkstatt eigene Rüstungen und Heiltränke und Essensgerichte etc. hergestellt werden. Schade ist dabei allerdings, dass die Serie irgendwie nie ganz die ungenaue Hit Detection abstreifen konnte, die dazu führt, dass in den Action-orientierten Kämpfen daneben gesemmelt wird, obwohl man eigentlich direkt am Gegner stand.

Und um ehrlich zu sein ging mir das Pacing auch mit der Zeit auf den Senkel. Wenn die Farmarbeit so unwichtig wird, dass sie nicht wirklich erfüllend erscheint, weil sie zum einen automatisiert werden kann, zum anderen eh mehr Geld vorhanden ist, als je ausgegeben werden kann. Dann will man etwas schneller Quests erledigen und der Haupthandlung folgen. In Rune Factory gibt es da aber immer die Blockaden, dass sich erst langwierig mit Leuten angefreundet werden muss, um neue Aufgaben am Schwarzen Brett zu haben, und dass diverse Produkte gezüchtet und erarbeitet werden müssen, um die eben total beliebig verstreuten Mauern in den Dungeons aus dem Weg zu räumen. Jedes Werkzeug, jede Fähigkeit, selbst Einsatz von Magien muss separat gelevelt werden, damit es nicht sofort die komplette Stamina-Leiste frisst. Das lässt das Spiel leider mit der Zeit etwas schal und leer wirken.

Hübsch anzusehen ist es immerhin, zumindest wenn es um die netten vorgerenderten Hintergründe geht, besonders die Stadt im Frühling, wobei aber auch einige NPCs etwas zu sehr mit ihnen verschmelzen können, wenn sie auf offener Straße stehen. Die Musik ist bestenfalls nett, und das Stück auf der Farm im Sommer wirklich schrecklich, aber auch schon die schlechteste Ausnahme. Voice Samples gibt es auch erneut, und das Beste hieran ist, dass sie nicht zahlreich sind.

Fazit:
Niedlich und charmant sind die Rune Factorys schon irgendwo, aber wenn ich sie dann spiele, will sich mir mit der Zeit so ein „meh“ Gefühl nicht abstreifen, da darunter wirklich einfach eine mäßige Farmsimulation gemischt mit einem durchschnittlichen Action-RPG steckt.

5 von 10 Punkten

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