Echo Night

  • Plattform: PlayStation
  • Release: 13.08.1998 (J), 31.07.1999 (US)

Dank der Souls-Franchise hat es From Software in den letzten Jahren doch noch zum Mainstream-Ruhm gebracht. Dem war allerdings nicht immer so. Vor Demon’s Souls befand sich deren Output eher irgendwo zwischen „moderater Underground-Hit“ in King’s Field und Ace Combat, zu „keine Sau hat sich für interessiert“ wie in so ziemlich allem anderen. Darunter auch ihr Horror Adventure Echo Night, welches dennoch zwei Sequels nach sich zog.

Der Vater unsres Namenslosen ist mit seinem Haus verbrannt, oder zumindest sagen ihm das die Polizisten so, die ihn dorthin bringen, weil die Umstände des Feuers doch eher mysteriös sind. Im verkohlten Haus dauert es auch nicht lang, bis ein Gegenstand gefunden wird, der ihn plötzlich auf den verschwundenen Luxusdampfer Orpheus beamt, der voller ruheloser Seelen ist.

From Software haben es immer mehr mit Atmosphäre und vagen Geschichten, bzw. kleinen Story-Vignetten, statt groß angelegter Textschwälle in komplexen Handlungskonstrukten. So auch hier bei Echo Night. Letztendlich ist die übergeordnete Geschichte jene über einen Stein, der enorme Macht mit sich bringt, wie das bei enormer Macht gerade durch magische Objekte aber nun mal so ist, auch den Träger korrumpiert, und wie er zum Fall einer Familie über die Generationen hinweg führte, bis er bei unsrem Papa ankam.

Erzählt wird all dies durch Flashbacks, die entweder getriggert werden, wenn ein Geist auf dem Luxusdampfer angetroffen, oder eben wenn der dazu passende Gegenstand gefunden wird. Neben den Geistern, die zur Haupthandlung gehören, gibt es übrigens noch weiter NPCs, die ihre eigene kleine Story-Vignette erzählen, die damit eigentlich nichts zu tun haben, aber denen wir ebenfalls dabei helfen können mit ihrem Schicksal abzuschließen und in die Nachwelt einzugehen. Diese Geister greifen übrigens nicht an, sondern nur drei bestimmte zur Haupthandlung gehörige.

Gekämpft wird allerdings sowieso nicht, Echo Night erinnert hier etwas an Hellnight oder Clock Tower, denn wir puzzeln uns langsam durch das Schiff, um weitere Decks und letztendlich auch den Weg hier heraus zu öffnen, aber eben auch um die Geistern, egal ob passiv oder aktiv, von hier zu erlösen. Denn letztendlich können alle mit dem richtigen Gegenstand von ihren irdischen Fesseln erlöst werden, und das Licht in einem Raum anzumachen hilft teilweise auch schon, um sie temporär loszuwerden.

Tatsächlich war das bereits das ganze Spielkonzept. Durch den Dampfer gehen, hier und dort mal einen Gegenstand benutzen, um einem Geist zu helfen oder eine neue Türe zu öffnen, und dabei immer schön brav sich den dazugehörigen Storybrocken ansehen. Sonderlich unheimlich ist das Spiel dabei übrigens nicht, dafür sind die aktiven Geister zu rar und einfach zu umgehen, doch von der Atmosphäre ist das First Person Adventure schon recht gut, einfach auch weil das Geister-Konzept mit den Gesichtslosen und wenig Polygone beinhaltenden Charaktermodellen funktioniert, sowie der fast komplette Austausch von Musik gegen Ambient-Geräusche.

Fazit:
Wer grundsätzlich was mit der vagen Erzählstruktur von From Software anfangen kann, und gerade deren guten Sinn für Atmosphäre zu schätzen weiß, bekommt hier sogar eines ihrer fokussierteren Spiele geboten. Alleine deswegen, weil das Adventure relativ kurz, die Lokalität überschaubar, und das Gameplay sehr simple gehalten sind. War durchaus schon eine sehr nette Erfahrung, für Sequels würde ich allerdings hoffen, dass die Haupthandlung doch etwas spritziger ist, und vor allem die optionalen NPC-Geschichten besser ausgearbeitet wären. Denn viel mehr als die Story hat Echo Night nicht zu bieten.

6 von 10 Punkten

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