Dragon Quest Monsters: Caravan Heart

  • Plattform: GameBoy Advance
  • Release: 29.03.2003 (Japan)

Nach zwei Dragon Quest Monsters auf dem GameBoy Color sprang die Serie auf den GameBoy Advance für den nur Japanern vorbehaltenen nicht-nummerierten Teil Dragon Quest Monsters: Caravan Heart. Denn der 2003er-Eintrag in die Spinoff-Reihe sollte so einige Veränderungen parat halten.

Hat aber auch Ähnlichkeiten zu bieten. So wie die Kinderversion von Terry aus Dragon Quest VI den Portagonisten vom ersten Dragon Quest Monsters darstellte, so ist Kindheits-Kiefer aus Dragon Quest VII, dem damals aktuellen Teil, der aus Caravan Heart. Er wird ebenfalls durch einen Wandschrank in eine andere Welt gesogen, wie wir später herausfinden dürfen übrigens die aus Dragon Quest II, und darf dort nun den Anführer einer Karawane spielen, die sich auf die Reise zu einem Meister der Illusionen macht, welche angeblich Wünsche erfüllen kann. Wie beispielsweise die Eltern unseres neuen Freundes, der Kiefer die Karawane aufgeschwatzt hat, von ihrer Krankheit zu heilen. So ein nur über Träume kommunizierender „Meister der Illusionen“ ist bestimmt glaubwürdig.

Die Handlung steht natürlich nicht im Vordergrund, sondern macht nur wie bei Dragon Quest üblich den Aufhänger der Weltreise aus, seltsamerweise füllt Caravan Heart sie aber nicht mit charmanten kleinen Nebenhandlungen. Die Reise ist überraschend kurz – zumindest was individuelle Stationen angeht, das Spielende flimmert dennoch erst nach ca. 25 Stunden über den Bildschirm, obwohl die Hälfte der Zeit vom eigentlichen Inhalt her angemessener gewesen wäre. Die angetroffenen NPCs sind einfach nie sonderlich interessant, die Städte langweilige Menüs, und der Grund, warum jetzt noch mal genau durchs aktuelle Dungeon gestiefelt wird, drei Schritte hinein schon fast wieder vergessen. Für eine Franchise, die sich hauptsächlich über ihren Charme verkauft, ist die Reise in Caravan Heart überraschend spröde.

Die Zeiten als jede Menge Monster gesammelt werden mussten in denen man ihnen Häppchen hinwarf, sind übrigens gänzlich Schnee von Gestern. Stattdessen drückt das Spiel einem Story-bedingt recht früh drei Monster aufs Auge und dabei bleibt es. Gut, gibt noch drei weitere, aber die sind eher Post-Game. Stattdessen hinterlassen ähnlich Dragon Quest VII nun Gegner immer mal wieder ihre Herzen am Ende eines Kampfes. Wer schnell genug das noch schlagende Herz aus den zermatschten Feindesleichen reißt, und zwei davon den eigenen Monstern in den Rachen stopft, der überträgt neue Fähigkeiten auf das daraus resultierende neue Monster. Ist schon etwas merkwürdig einem Monstersammel-Spiel das eigentliche Monstersammeln zu entziehen.

Die drei Monster stehen dann den Titel-gebenden Karawanenwagen vor, in die zudem eine Anzahl von rekrutierbaren NPCs gesteckt werden können. Im Kampf kommt es hauptsächlich immer noch auf die Wachmonster an, jedoch dürfen die in den Wagen befindlichen Reisenden reihum jede Runde ein wenig Support geben, wie eine zusätzliche Attacke zu werfen, zu heilen, aber auch passiv den Nahrungsverbrauch zu verringern. Das Erkunden von Oberwelt und Dungeons ist nämlich genau an jene Reserve an Rationen gebunden, die sich beständig verringern, und das je nach Terrain gar nicht mal so langsam. Im Resultat nur ein weiterer Vorwand, um die Reise in die Länge zu ziehen, nebst der langsamen Levelrate der Monster und das gewohnte Problem, dass Fusionsresultate bei Level 1 beginnen dürfen.

Wie sieht das Spiel eigentlich so aus? Eh, Dragon Quest war lange Zeit sowieso überraschend bieder für eine Franchise, die alles Geld Japans einnimmt, aber Caravan Heart geht schon in Ordnung. Die Monsterdesigns sind angenehm, die Farbgebung ist bunt. Die musikalische Untermalung ist außerhalb der wenigen ikonischen Themen etwas vergessenswert, aber auch dies sollte niemanden wirklich überraschen.

Fazit:
Ich hab so ein wenig meine Probleme mit der Subserie. Dragon Quest Monsters 2 und Joker 2 gefielen mir sehr gut, von Dragon Quest Monsters und Joker war ich hingegen nicht so begeistert. Das Mittelstück dazwischen ist jedoch eindeutig das schwarze Schaf, ist Caravan Heart doch nicht nur komplett anders als alle anderen Einträge, sondern einfach auch nicht gut. Die Handlung hat keinen Charme, das Gameplay ist langweilig, und die Reise durch Grindyness überstrapaziert. Wäre interessant gewesen, ob ein Caravan Heart 2 die Regel komplett gemacht hätte, dass mir nur die 2er einer jeden Gruppe gefallen, aber das werden wir nie erfahren, da selbst Enix eingesehen hat, dass man hierauf nicht aufbauen sollte.

4 von 10 Punkten

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