Survival Kids

  • Plattform: GameBoy Color
  • Release: 17.06.99 (J), 10.99 (US), 10.12.99 (EU)

Die Bibliothek des GameBoys und seiner Color-Variante wird gerne unterschätzt, hat man sie damals doch als notdürftigen Ersatz für Unterwegs genutzt, wenn man eben nicht vor der Konsole sitzen konnte. Erst der Advance-Nachfolger hat den Handhelds den Ruf erkämpft, auch vollwertige Spiele zu haben. Und sicherlich sind viele GB/C-Spiele eher simpel und kurz, doch gibt es unter ihnen so einige interessante Konzepte aufzutreiben. Beispielsweise Konamis Survival Kids, dem Vorgänger zu Lost in Blue.

Ein Kind (wahlweise übrigens Mädchen oder Junge) und dessen Vater schippern also über den Ozean. Bis das Schiff sinkt und sich das Kind plötzlich allein auf einer einsamen Insel wiederfindet und um sein oder ihr Überleben kämpfen muss. So einfach ist die Prämisse des Spieles, wobei später sogar das andere Kind ebenfalls auf der Insel aufgefunden werden kann, sowie ein Affe befreundet wird. Der Vater scheint allerdings abgesoffen zu sein und es auch keine weitere Besatzung auf dem großen Luxus Liner gegeben zu haben. Hmm.

Das Überleben auf der Insel ist dabei in sehr kurze Tage unterteilt und an vier Statuswerte gebunden. Alle machen durchaus Sinn. So wird das Kind regelmäßig hungrig und muss entsprechend Nahrung finden. Es wachsen recht viele Beeren und Nüsse auf der Insel, die verspeist werden können, im Notfall muss allerdings vielleicht auch auf ein Gras oder Pilz zurückgegriffen werden, bei denen immer die Chance besteht, dass sie einen vergiften oder halluzinieren lassen. Auch Tiere können erlegt werden, gekochtes Fleisch ist die sättigenste Nahrungsquelle und als Robinson Crusoe Jr. muss der Vegetarismus eben pragmatisch auch aufgegeben werden. Hasen und Rehe rennen davon, ein Bär oder Wolf schlägt allerdings auch zurück. Tierangriffe verringern natürlich die HP-Werte, genau wie wenn man zur hungrig, durstig oder müde wird. Dies sind die anderen Werte: Durst, der durch das Aufsuchen einer Frischwasserquelle gelöscht; und die Müdigkeit, die durch langes Aufbleiben und jede Aktion hochgetrieben wird.

Während man die Insel nach anderen Überlebenden und einen Weg von ihr herunter erkundet, muss also darauf geachtet werden, immer Nahrung im Gepäck sowie in Nähe zu haben, rechtzeitig ein Baumhaus zum Schlafen zu finden, und angreifenden Tieren den Gar auszumachen. Das ist alles gar nicht mal so schwer, allerdings muss sich doch erst an den Groove der sehr kurzen Tage gewöhnt werden. Sobald man seinen Ablauf drin und die vier Statuswerte im Auge hat, geht dies allerdings recht flockig. Die einzige bleibende Schwierigkeit ist nun, dass das Spiel einem absolut keine Hinweise gibt, welche Gegenstände wo sind und was aller gemacht werden kann, um von der Insel und somit zu einem von 8 Enden zu kommen. Da kommt es eben doch auf Erkunden, Trial and Error und etwas Glück an.

Das Spiel sieht übrigens ganz niedlich aus, auch wenn ich nicht weiß, warum die Großaufnahmen gewisser Ereignisse und das McGyvern der Gegenstände plötzlich nicht mehr eingefärbt werden wie noch das Opening.

Fazit:
Survival Kids ist ein wirklich interessantes Konzept, das durch seine diversen Enden auch zum erneuten Spielen einlädt. Vielleicht etwas zu arg vage gehalten, aber ansonsten absolut spielenswert.

7 von 10 Punkten

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